Bonn droht bei Grundstücksgeschäft Millionenschaden

Bonn droht bei Grundstücksgeschäft Millionenschaden

Von Sebastian Tittelbach

  • Asbest, Bunkerreste und Statik treiben Kosten
  • Keine festen Beträge in Kaufvertrag vereinbart
  • Mehrfach Pannen bei städtischen Grundstücksverkäufen

Die Stadt streitet sich erneut mit einem Investor über die Entsorgung von Altlasten. Statt vier Millionen Euro verlangt er über 14 Millionen.

Ein weiteres Grundstücksgeschäft entpuppt sich für die Stadt Bonn als ein riskanter Deal, bei dem der Stadtkasse ein Millionenschaden droht. Der Düsseldorfer Investor "Die Developer" lässt am Hauptbahnhof Büro- und Geschäftshäuser und ein Hotel bauen. Nun laufen unter anderem die Kosten für die Beseitigung der Altlasten aus dem Ruder.


Altlasten sollen Stadt zehn Millionen Euro mehr kosten

Statt der erwarteten 4,3 Millionen Euro, rechnet der Investor inzwischen mit 14,5 Millionen Euro. Der Haken für die Stadt Bonn: Sie hat sich verpflichtet, für die Kosten aufzukommen, ohne im Kaufvertrag eine feste Summe zu vereinbaren.

In internen Unterlagen der Stadtverwaltung heißt es, dass unter anderem Asbestfunde, Sondermüll und die Überreste eines Luftschutzbunkers Gründe für die Kostensteigerung sind. Außerdem müsse die Statik einer Tiefgarage verstärkt werden, um die geplanten Bauten tragen zu können.

Der Investor will öffentlich zu den Vorgängen nichts sagen: "Wir äußern uns zu Themen der vertraglichen Abwicklung grundsätzlich nicht und stehen in konstruktiven Gesprächen mit der Stadt Bonn", teilte ein Sprecher auf WDR-Anfrage am Freitag (25.01.2019) mit.

Laut Stadt beruht die Nachforderung des Investors auf Kostenschätzungen und Hochrechnungen. Ob die Forderung berechtigt ist, werde in vertraglich geregelten Prüfungs- und Abrechnungsprozessen geklärt.

Verkauftes Grundstück war größer als gedacht

Die SPD und der Bürgerbund sprechen inzwischen von einem Systemversagen im Stadthaus, denn die Probleme bei großen Grundstücksgeschäften häufen sich: Auch in Beuel streitet die Stadt mit einem Investor über Altlasten, bei einem weiteren Grundstück in direkter Rheinlage hatte die Verwaltung versehentlich zu wenige Quadratmeter berechnet. Das Grundstück war in Wirklichkeit größer.

Stand: 28.01.2019, 11:42