Corona-Boom: Wie die junge Generation die Börse entdeckt

Aktienhandel in einfach? Junge Menschen investieren oft über sogenannte Neobroker.

Corona-Boom: Wie die junge Generation die Börse entdeckt

Ein Klick auf dem Smartphone, noch ein Klick zur Bestätigung, Aktie gekauft. So schnell werden bei Neobrokern Wertpapiere gehandelt. Ein Modell, das vor allem bei jungen Menschen Anklang findet.

Immer mehr junge Menschen investieren an der Börse: Allein bei den unter 30-Jährigen haben zwei Drittel mehr als vor der Coronapandemie Geld an den Börsen angelegt. Häufig tun sie das bei sogenannten Neobrokern, denn die werben mit Nutzerfreundlichkeit und günstigen Gebühren.

Sparer werden zu Anlegern

So ist es auch bei Max Schlonsok aus Meerbusch. Der 25-Jährige hat vor anderthalb Jahren angefangen, mit Wertpapieren zu handeln: "Ich wusste, dass mein Bruder investiert und ich wollte mein Geld besser anlegen als bei der Bank."

Denn dort gibt es mittlerweile meist Negativzinsen. Einfach ausgedrückt zahlen Kunden Geld dafür, dass die Banken das Ersparte auf den Konten aufbewahren. Um das Geld also noch für sich arbeiten zu lassen, kann sich eine Investition an der Börse lohnen.

Neobroker mit zeitgemäßem Geschäftsmodell

Schlonsok macht das mit sogenannten ETFs (Exchange Traded Fund). Diese Fonds bündeln Anteile von vielen Aktien in einem Papier und seien somit laut Thomas Strelow von der Düsseldorfer Börse eine gute Wahl: "Das breiteste, was es da gibt sind World-ETFs oder Global-ETFs, da sind in einem Papier bis zu 7.500 Aktienunternehmen gebündelt." Eine breite Streuung und ein diverses Portfolio seien jedem Anleger zu empfehlen, sagt Strelow. So könne das Risiko minimiert werden.

#3 Wie Du auch mit wenig Geld Aktien kaufen kannst

Economista 29.11.2020 26:34 Min. Verfügbar bis 29.11.2025 WDR Online


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Relativ neu kommen in der Anlagewelt die Neobroker hinzu. Diese Online-Unternehmen sind keine klassischen Banken, sondern fokussieren sich auf den Wertpapierhandel im Internet. Die verschiedenen Anbieter vereint dabei eine einfache Bedienung über das Smartphone und niedrige Gebühren.

Verbraucherzentrale warnt vor überhetzten Entscheidungen

"Das ist bequem und geht in jeder Lebenssituation", sagt Strelow. Ob es sinnvoll sei, Anlageentscheidungen um 22 Uhr auf der Couch zu treffen, sei eine andere Sache. Dem schließt sich auch die Verbraucherzentrale NRW an. Stephanie Heise sagt etwa, dass Anleger nicht überhastet kaufen und verkaufen sollten. Stattdessen sollten Investitionen mit Ruhe überdacht werden, auch wenn sie nur einen Klick entfernt sind.

Jacob Hetzel arbeitet für einen der noch relativ jungen Neobroker. Seiner Erfahrung nach handeln die Kunden aber auch bei solch einem Geschäftsmodell verantwortungsvoll. Zwei Drittel der Gelder seien in ETFs und somit nicht in Einzelaktien angelegt, viele Portfolios seien somit breit gestreut und es gebe eher "wenig Zockerei."

Anderhalt Jahre Investment, 30 Prozent Rendite

Für Max Schlonsok zahlt sich sein Investment bisher aus. Aktuell steht er bei einer Rendite von 30 Prozent aus den vergangenen anderthalb Jahren, ist aber auch zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt in der Corona-Pandemie eingestiegen. Mit so einer Rendite hat Schlonsok dennoch nicht gerechnet.

Stand: 03.12.2021, 15:50