Bleibelastung der Kinder wird weiter untersucht

Ortsschild von Merchernich

Bleibelastung der Kinder wird weiter untersucht

Von Birgitta Bäck

Der Kreis Euskirchen plant weitere Blutuntersuchungen für Kinder und Jugendliche in Mechernich. So sollen verlässlichere Aussagen über ihre Bleibelastung gewonnen werden.

Ab 2021 sollen so viele Kinder und Jugendliche wie möglich zwei bis drei Mal pro Jahr eine Blutprobe abgeben. Denn nur wenn möglichst viele an dem neuen Biomonitoring teilnehmen, können repräsentative Aussagen über die Bleibelastung der Jungen und Mädchen in Mechernich gemacht werden. An einer ersten Kontrolluntersuchung haben nur zehn Kinder teilgenommen. Bei fünf von ihnen lag der Wert geringfügig über dem bundesdeutschen Referenzwert für Blei.

Referenzwert ist kein Grenzwert

Frau untersucht eine Blutprobe im Labor

Der Referenzwert ist kein Grenzwert. Er besagt, wie hoch die Bleibelastung in Deutschland durchschnittlich ist. Dieser Wert wurde 2019 erneut gesenkt. Insgesamt hat die durchschnittliche Bleibelastung der Bevölkerung in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten sehr stark abgenommen. In den 70er oder 80er Jahren beispielsweise waren alle Kinder in Deutschland weit höher mit Blei belastet, weil die Autos noch mit verbleitem Benzin gefahren sind.

Gesundheitsamt sieht keine Gesundheitsgefahr

Laut Gesundheitsamt des Kreis Euskirchen besteht auch trotz der aktuell geringen Überschreitung des Referenzwertes keine Gesundheitsgefahr für die Kinder und Jugendlichen in Mechernich.

Das Umweltbundesamt warnt hingegen davor, dass auch niedrige Bleiwerte zur verminderten Intelligenzentwicklung führen oder krebserregend sein können.

In Mechernich wurde bis in die 60er Jahre hinein massiv Bleierz abgebaut. Die Böden in der Stadt sind deswegen unterschiedlich stark mit dem naturgegebenen Schadstoff belastet.

Stand: 18.09.2020, 15:42