Gutachten: 16 Spielflächen in Kall hoch mit Blei belastet

Vogelperspektive: Zwei Kinder spielen in einem Sandkasten mit buntem Spielzeug.

Gutachten: 16 Spielflächen in Kall hoch mit Blei belastet

Von Helga Hermanns

Mehrere Spielplätze und Außenanlagen von Kitas und Schulen in Kall sind stark mit Blei belastet. Ein Gutachten zeigt, dass dort die Werte mehr als fünfmal so hoch sind wie erlaubt.

Die Bodenuntersuchungen an 16 von 36 untersuchten Spielflächen an Kitas, Schulen und auf 24 Spielplätzen ergaben nach Aussage der Gemeinde einen Bleigehalt von mehr als 1.000 Milligramm pro Kilogramm Boden. Kall war früher ein Erzbergbaugebiet.

Austausch von Sand als Sofortmaßnahme

Das ist fünfmal so viel wie der sogenannte gesetzliche Prüfwert. Wird der überschritten, muss die Gemeinde handeln. Und genau das hat Bürgermeister Hermann-Josef Esser jetzt angekündigt.

Als Sofortmaßnahme wird an den besonders hoch belasteten Flächen der Sand ausgetauscht. Eine akute Gesundheitsgefahr sieht die Gemeinde Kall nicht. Dennoch hat sie Schilder mit Handlungsempfehlungen für Eltern, Schulen und Kitas errichten lassen.

So sollten vor allem Kleinkinder nicht unbeaufsichtigt spielen, damit sie den bleihaltigen Boden nicht in den Mund nehmen. Auch Händewaschen nach dem Spielen ist dringend empfohlen. Denn wenn das Blei über den Magen ins Blut gelangt, sind Gesundheitsschäden nicht auszuschließen.

Kernbotschaft: Keine Spielfläche wird geschlossen

Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass keine der 36 untersuchten Flächen – neun auf dem Außengelände von Kitas, drei an Schulen und 24 öffentliche Spielplätze – geschlossen werden muss. Das sei die wichtige Kernbotschaft der Untersuchungen, betonte Bürgermeister Esser.

Er weiß aber auch, dass die Gemeinde jetzt innerhalb eines Jahres handeln muss. Priorität haben die 16 Flächen mit den höchsten Bleiwerten über 1.000 Milligramm pro Kilogramm Boden. Und die befinden sich vor allem im Kernort Kall. 

Kosten soll das Land NRW übernehmen

Im Haushalt hatte die Gemeinde 115.000 Euro für die Sanierung der bleihaltigen Böden veranschlagt. Diese Summe werde bei weitem nicht ausreichen, sagt Bürgermeister Esser. Er schätzt die Kosten – unter anderem für einen Bodenaustausch – auf über eine Million Euro. Die Gemeinde will jetzt wie schon die Nachbarstadt Mechernich beim Land NRW eine Kostenübernahme beantragen.

Stand: 13.06.2021, 15:18