Bivsi Rana: Ein Jahr nach der Abschiebung

Bivsi Rana bei ihrer Ankunft am Flughafen Düsseldorf in der Mitte einer sich freuenden Menschengruppe.

Bivsi Rana: Ein Jahr nach der Abschiebung

Von Moritz Börner

  • Ein Jahr seit der Abschiebung vergangen
  • Welle der Solidarität mündet in Rückkehr
  • Verwaltungsgericht hält Wiedereinreise der Eltern für falsch

Ende Mai 2017:  Mitarbeiter der Duisburger Ausländerbehörde holen die damals 14-jährige Bivsi Rana mitten in der Stunde aus dem Unterricht ab. "Ich habe mich gefühlt wie ein Schwerverbrecher", erinnert sich die in Deutschland geborene Nepalesin.

Mehrere Wochen mussten die Ranas ohne Arbeit und einen festen Wohnsitz in Nepal verbringen. In Deutschland hatten sie vorher zwanzig Jahre lang gelebt. Was folgte, war eine Welle der Solidarität von Mitschülern, Duisburgern und den Medien.

Rückkehr in das alte Leben

Eine Petition, die von Unterstützern aus der Elternschaft der Schule im Landtag initiiert wurde, brachte schließlich die Wende, die Familie durfte Anfang August wieder einreisen. Seit ihrer Rückkehr aus Nepal leben die Ranas in ihrer alten Wohnung in Duisburg, der Vater arbeitet wieder als Sushi-Koch.

Bivsi Rana darf jetzt mit ihren Eltern bis zum Abitur bleiben. Dass sie dann ein weiteres Visum, zum Beispiel als Auszubildende oder Studentin bekommt, gilt als sehr wahrscheinlich. Ihre Eltern dagegen haben kein Recht auf eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis.

Kritik an der Entscheidung

Und es gab im vergangenen Jahr auch Kritik an der Entscheidung der Behörden, die Familie wieder einreisen zu lassen. Denn Bivsis Vater hatte unter anderem einen falschen Namen angegeben, um eine Abschiebung zu  vermeiden.

"Die Entscheidung, die Eltern wieder einreisen zu lassen, ist ein Schlag ins Gesicht aller Ausländer, die sich rechtskonform verhalten", sagte Andreas Heusch, der Präsident des Verwaltungsgerichts in Düsseldorf im März dieses Jahres.

Abgeschoben, wiedergekommen - und jetzt?

WDR 5 Westblick - aktuell 03.07.2018 03:28 Min. WDR 5

Download

Müssen die Eltern doch zurück?

Das könnte bedeuten, dass Bivsi Rana ausgerechnet in der Vorbereitungszeit für das Abitur wieder befürchten muss, von ihren Eltern getrennt zu werden. "Im Moment hoffen wir, dass es bald ein neues Einwanderungsgesetz geben könnte", sagt der Schulpflegschaftsvorsitzende Stephan Kube.

Einwanderungsgesetz könnte helfen

Tatsächlich will auch NRW-Integrationsminister Joachim Stamp ein Einwanderungsgesetz auf den Weg bringen. Das würde gut integrierten Familien ermöglichen, sich für eine Arbeitserlaubnis zu bewerben: "Wir werden versuchen, ein Einwanderungsgesetz über den Bundesrat einzubringen." Ein Eckpunktepapier soll bis zum Ende des Jahres ausgearbeitet werden.

Stand: 03.07.2018, 06:00