Missbrauch: Diözesanrat fordert Konsequenzen vom Bistum

Eine Kette mit einem Kreuz liegt auf einem Tisch.

Missbrauch: Diözesanrat fordert Konsequenzen vom Bistum

Nach der Veröffentlichung eines Gutachtens zur sexuellen Gewalt von Klerikern im Bistum Aachen fordern Laienverbände der katholischen Kirche nun einen klaren Zeit- und Maßnahmenplan vom Bistum.

Bis Mitte Januar solle das Bistum schriftlich festlegen, wie die Empfehlungen der untersuchenden Kanzlei zur Aufklärung und Vorbeugung von sexuellem Missbrauch umgesetzt werden sollen, so der Diözesanrat im Bistum Aachen.

81 Kleriker des Missbrauchs schuldig

In den vergangenen 50 Jahren hatte es laut Gutachten im Bistum Aachen 81 Kleriker gegeben, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hatten. Teilweise waren diese trotz Bekanntwerden der Taten weiterhin von Vorgesetzten in der Seelsorge eingesetzt worden. 

Stärkung von Frauen in der Kirche gefordert

Eine Forderung des Gutachtens zur Vorbeugung von Missbrauch ist die Stärkung der Frau in der Kirche. Das hat am Dienstag (24.11.2020) auch die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) in Aachen, Marie-Therese Jung, gegenüber dem WDR betont: "Die Kirche in einem demokratischen Gemeinwesen muss sich von einer monarchisch organisierten Kirche abwenden und auch ein neues Amts- und Weiheverständnis entwickeln." Frauen stünden in der Gemeindearbeit immer noch viel zu oft hinter den Priestern zurück.

Bistum Aachen will lückenlose Aufklärung

Missbrauch: Diözesanrat fordert Konsequenzen vom Bistum Aachen

00:28 Min. Verfügbar bis 24.11.2021


Das Bistum Aachen will allen Fällen sexuellen Missbrauchs ab sofort lückenlos nachgehen. Dafür gibt es bereits seit letzter Woche eine Hotline. Außerdem ist die Personalabteilung schon vor anderthalb Jahren anders organisiert worden. So ist beispielsweise nicht mehr ein Kleriker, sondern eine nicht-geistliche Personalleiterin verantwortlich für die Personalakten der Priester.

Stand: 24.11.2020, 14:07

Weitere Themen