Bischofskonferenz kritisiert weiteres Verbot von Gottesdiensten

Bischofskonferenz kritisiert weiteres Verbot von Gottesdiensten

Von Christian Avital

  • Kritik an weiterem Verbot von Gottesdiensten
  • Verhältnismäßigkeit von Verbot müsse überprüft werden
  • Treffen von Kirchenvertretern und Bundesregierung am Freitag (17.04.2020)

Mit deutlicher Kritik hat die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn auf das weitere Verbot von Gottesdiensten reagiert.

Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: "Enttäuscht"

Man könne nicht nachvollziehen, warum die Kirchen von den ersten Lockerungsmaßnahmen ausgenommen seien, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing in Bonn.

Mit Enttäuschung nehme er das weitere Verbot von öffentlichen Gottesdiensten zur Kenntnis, sagte Bätzing. Er könne die Entscheidung der Bundesregierung nicht nachvollziehen, erst recht nicht nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

Verhältnismäßigkeit von Gottesdienstverbot müsse überprüft werden

Die Karlsruher Richter hatten in der vegangenen Woche erklärt, das Verbot von Gottesdiensten sei ein schwerwiegender Eingriff in das Recht der freien Religionsausübung. Sie mahnten eine regelmäßige strenge Prüfung der Verhältnismäßigkeit an. Das ist nach Auffassung der katholischen Kirche noch nicht genügend geschehen.

Treffen von Kirchenvorsitzenden und Bundesregierung

Die evangelische Kirche in Deutschland betonte, die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter zu unterstützen. Für Freitag (17.04.2020) ist ein Gespräch beider Kirchen mit Vetretern der Bundesregierung geplant. Dann wollen die Kirchen Lösungsvorschläge machen, wie Gottesdienste auch unter der Wahrung des Infektionsschutzes wieder stattfinden könnten.

Bischof Bätzing erklärte in Bonn, er könne versichern, dass die katholische Kirche durchaus in der Lage sei, die Hygiene-Standards und Abstandsregeln einzuhalten.

Stand: 16.04.2020, 15:48