Erste Bilanz des Massenspeicheltest in Mordfall Claudia Ruf

23.11.2019, NRW, Grevenbroich: Die Polizei führt einen DNA-Speicheltest bei einem Mann (Polizist) im Mordfall Claudia Ruf durch.

Erste Bilanz des Massenspeicheltest in Mordfall Claudia Ruf

23 Jahre nach dem Mord an Claudia Ruf hat die Polizei mit dem DNA-Massentest begonnen. Die Resonanz der männlichen Bevölkerung hat sogar die Ermittler der Mordkommission verblüfft.

Am Wochenende (23.-24.11.2019) hatten 700 Männer eine Speichelprobe abgegeben. Nach Angaben der Polizei sind sogar Männer aus Grevenbroich zum DNA-Massentest gekommen, die gar nicht eingeladen waren. Sie wollten trotzdem ihre Speichelprobe abgeben, um zur Aufklärung des Mordes beizutragen. Die Proben werden zur Stunde im Labor des Düsseldorfer Landeskriminalamtes katalogisiert.

Dann erst kann der Abgleich mit der DNA-Spur von Claudias Mörder beginnen. Hoffnung bereitet der Polizei vor allem eine Gesetzesänderung, die Ermittlern und Wissenschaftlern mehr Freiheiten bei der Auswertung von DNA-Spuren gibt. Es geht um sogenannte "Beinahetreffer": Wenn durch den Speicheltest ein enger Verwandter des Mörders ermittelt wird.

Erstmals dürfen diese Treffer jetzt an die Mordkommission weitergebeben werden. Bislang war das verboten. Es dauert zwei bis drei Monate, sagt die Polizei, bis alle Proben ausgewertet sind.

Am kommenden Wochenende geht der freiwillige Test weiter. Claudia Ruf war 1996 aus Hemmerden entführt, ihre Leiche später auf einem Feld bei Euskirchen gefunden worden.

Stand: 25.11.2019, 14:45

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