Gamescom - wo Warten zum Spiel gehört

Gamescom - wo Warten zum Spiel gehört

Von Dennis Horn

  • Zehnte Ausgabe der Gamescom endet mit Rekordzahlen
  • Smartphone wird zur wichtigsten Spieleplattform
  • Besucher kritisieren extrem lange Wartezeiten
  • Zukunft der Gamescom in Köln weiter unklar
Besuchermassen auf der Gamescom

An einem der ausverkauften Messetage kämpfen sich die Besucher der Gamescom durch die Kölner Messe.

Die Gamescom ist am Samstag (25.08.2018) mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen. 370.000 kamen nach Angaben der Veranstalter in die Kölner Messe-Hallen, um Innovationen zu testen - fast 15.000 mehr als 2017. Auch die Zahl der Aussteller aus 50 Ländern wuchs von knapp 900 auf 1.037 - "ein nie dagewesenes Angebot", freute sich der Veranstalter.

Besuchermesse statt Neuigkeitenmesse

Die Gamescom bleibt ihrer Rolle als Besuchermesse treu: Wirkliche Neuigkeiten verkündet die Spielebranche lieber auf der E3 in den USA. Die Gamescom dagegen ist konsumorientierter; hier lassen sich viele Spiele gleich ausprobieren.

Die einzige Überraschung war eine Ankündigung des Spieleherstellers Ubisoft: Anfang 2019 soll es eine Neuauflage von "Die Siedler" geben - 25 Jahre nach dem ersten Teil der Aufbausimulation.

Smartphone löst PC und Konsole ab

Auffällig auf der Gamescom in diesem Jahr: wie sehr sich das Smartphone als ernsthafte Alternative zu PC und Konsole etabliert hat. An vielen Ständen lagen keine Controller oder Tastaturen mehr aus - sondern Smartphones mit den dazugehörigen Spieleapps.

Laut dem Branchenverband Game ist der Markt für Spieleapps im ersten Halbjahr 2018 um 40 Prozent gewachsen. Das Smartphone sei mittlerweile auch die wichtigste Spieleplattform. 18,2 Millionen Deutsche nutzten es, gefolgt von PC und Konsole.

Erfolgsmesse - aber auch deutliche Kritik

Gamer beim Spieletest an Computern

Wer es einmal durch die Warteschlange geschafft hat, darf für oft nur 15 Minuten neue Spieletitel testen.

Je erfolgreicher die Gamescom, desto zentraler ihr größtes Problem: die Wartezeiten. An vielen Ständen mussten Gamer stundenlang Schlange stehen, um die Spiele für nur einige Minuten testen zu können. Zum Teil stellte sich auch erst nach der Wartezeit heraus, dass es gar keine Testversion, sondern nur längst bekannte Videotrailer zu sehen gab. Und wer sich in den Warteschlangen auf den Boden setzen wollte, wurde von einigen Standbetreibern zurechtgewiesen. Das sorgte für Frust unter Besuchern - zumal das Problem für die Gamescom kein neues ist.

Bleibt die Gamescom in Köln?

Spieleszene aus "World of Warcraft" am Gamescom-Stand von Blizzard

Ein Dauerbrenner auf der Gamescom: das mittlerweile fast 14 Jahre alte "World of Warcraft" von Blizzard.

Das Wachstum der Messe passe ideal zur wachsenden Metropole, sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf der Gamescom. Doch es ist unklar, wie lange die Messe in Köln überhaupt noch wachsen wird. Nur eine weitere Ausgabe ist bisher fix: vom 20. bis 24. August 2019.

Auch die Termine für die Jahre ab 2020 sind laut Messechef Gerald Böse "schon durchreserviert". Noch aber laufen die Verhandlungen über einen neuen Vertrag mit dem Branchenverband Game - und ein klares öffentliches Bekenntnis zum Standort Köln gab es von ihm bisher nicht.

Auch wenn es um die Zukunft der Gamescom geht, heißt es also: Warten.

Stand: 25.08.2018, 14:58