Nach Erdrutsch: Erste Anwohner kehren in ihre Häuser in Erftstadt-Blessem zurück

Nach Erdrutsch: Erste Anwohner kehren in ihre Häuser in Erftstadt-Blessem zurück

Viele Anwohner in Erftstadt- Blessem durften am Donnerstag ab acht Uhr wieder in ihre Häuser zurückkehren. Und, wie Bürgermeisterin Weitzel am Mittag bekannt gegeben hat, dort auch bleiben.

Frank Rock und Carlon Weitzel sprechen mit der Presse

Landrat Frank Rock und die Erftstädter Bürgermeisterin Carolin Weitzel äußern sich vor Pressevertretern

Die Erftstädter Bürgermeisterin Weitzel hat bekannt gegeben, dass die Blessemer in ihren Häusern bleiben dürfen, wenn sie das wünschen. Am Mittag beantworteten sie und Landrat Frank Rock Fragen von Medienvertretern. Die Strom- und Wasserversorgung könne aber auf absehbare Zeit nicht gewährleistet werden. Weiterhin gesperrt bleibt ein Bereich 100 Meter um die Abbruchkante. Weitzel dementierte außerdem, dass es an der Abbruchkante Erdbewegungeen gegeben hätte. In Sozialen Netzwerken war das berichtet worden.

Ursprünglich wollte die Stadt nur jeweils 60 Menschen gleichzeitig in den Ort lassen. Die Blessemer aber strömten aus drei Himmelsrichtungen zur Einlassstellen. Rettungswege und Zufahrten waren zugeparkt oder verstopft.

Seelsorger vor Ort

Um acht Uhr bekamen zunächst Menschen zu Fuß Zugang zu ihren Häusern. Sie hatten zum Teil Kisten mitgebracht. Dann fuhren PKW in das gesperrte Gebiet. Dort warteten Rettungskräfte und Seelsorger auf die Bewohner, um sie in dem Moment zu begleiten, in dem sie ihre Häuser wieder betreten konnten.

Entscheidung über langfristige Rückkehr noch offen

Statiker hatten in den vergangenen Tagen die Standfestigkeit der Häuser kontrolliert. Eigentlich sollten die Bewohner in den kommenden Stunden Blessem wieder verlassen. Erst am Mittag wurde dann bekanntgegeben, dass sie auch langfristig in ihre Häuser zurückkehren dürfen. 

Kein Strom und Wasser

Polizisten stehen mit Megafonen vor den Anwohnern von Erfstadt-Blessem

Polizisten informieren die Anwohner von Blessem über das weitere Vorgehen

Die Regelung gilt für die rund 1.500 Menschen, die außerhalb einer 100 Meter großen Schutzzone an der Abbruchkante der Kiesgrube wohnen. Fachleute haben die Standfestigkeit der betroffenen Häuser geprüft. Außerdem müssen die Bewohnerinnen und Bewohner erst einmal ohne Strom und Wasser auskommen.

Notfallseelsorger vor Ort

Viele Anwohner sagten, sie seien froh, sich ein Bild von den Schäden machen zu können. Die meisten gingen aber auch mit großer Furcht in den Tag. Niemand von ihnen wusste vorher, was er in seinem Zuhause vorfinden wird. Zur Unterstützung begleiten Notfallseelsorger die Menschen für den Fall, dass sie sich bei der Konfrontation mit der Realität überfordert fühlen.

Aufräumen in Erftstadt-Blessem

An vielen Straßenecken in Erftstadt-Blessem türmen sich ehemalige Hauseinrichtungen.

Aufräumen in Erftstadt-Blessem

Wie in vielen anderen Hochwasserregionen sind auch in Erftstadt-Blessem die Gehwege voll mit ehemaligen Hauseinrichtungen.

Wie in vielen anderen Hochwasserregionen sind auch in Erftstadt-Blessem die Gehwege voll mit ehemaligen Hauseinrichtungen.

Hinter der grünen Plane beginnt die 100-Meter-Sperrzone zur Abbruchkante.

Tatkräftig versuchen die Anwohner und Helfer die Flutschäden zu beseitigen.

Feuerwehr und Ordnungsamt sind in Erftstadt-Blessem im Einsatz.

Wie in vielen anderen Städten liegt auch in Erftstadt-Blessem Müll am Straßenrand.

An manchen Stellen in Blessem kann man kaum glauben, dass hier vor wenigen Tagen das Wasser noch Straßen und Keller geflutet hat.

Straßen und Häuser in dem Ort zerstört

Zwei nebeneinander gelegte Luftaufnahmen zeigen den Zustand von Erfstadt Blessem vor und nach dem Hochwasser im Juli 2021

Zwei nebeneinander gelegte Luftaufnahmen zeigen den Zustand von Erfstadt Blessem vor und nach dem Hochwasser im Juli 2021

Nachdem der Starkregen bei Erftstadt-Blessem eine Kiesgrube geflutet hatte, riss in der Nacht zu Freitag (16.07.2021) ein gewaltiger Erdrutsch Straßen und Häuser in dem Ort mit.

Stand: 22.07.2021, 20:29