Betrugsermittlungen: Uniklinik Düsseldorf kündigt Corona-Testzentrum

Außenansicht der Uniklinik Düsseldorf

Betrugsermittlungen: Uniklinik Düsseldorf kündigt Corona-Testzentrum

Die Betrugsermittlungen gegen den Betreiber mehrerer Corona-Testzentren in NRW ziehen weitere Kreise. Jetzt hat die Düsseldorfer Uniklinik dem Unternehmen Medican mit sofortiger Wirkung gekündigt.

Bei der Kündigung hätten aber nicht nur die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges eine Rolle gespielt. "Maßgeblich für die Entscheidung waren organisatorische Mängel, die uns auf verschiedenen Wegen mitgeteilt wurden. Da gab es also in der Qualität aus unserer Sicht Probleme", so der Sprecher des Düsseldorfer Krankenhauses, Tobias Pott.

Das Testzentrum darf die Räume der Uniklinik seit heute nicht mehr nutzen. Die Düsseldorfer Uniklinik will jetzt schnell eine andere Möglichkeit schaffen, damit sich zum Beispiel Besucher trotzdem in der Nähe unkompliziert testen lassen können.

Tests vor allem für Besucher

Bis zu 20.000 Corona Tests konnten in dem Zentrum auf dem Gelände der Universitätsklinik Düsseldorf pro Tag durchgeführt werden - zum Beispiel für Besucher, aber auch für Mitarbeitende der Klinik. Das Ganze war als Service-Angebot gedacht, heißt es. Die Uniklinik hatte dafür Räume zur Verfügung gestellt und betonte am Montag (31.05.2021), eine Geschäftsbeziehung habe es zu keiner Zeit gegeben.

Corona-Testzentren: "Scheint keine Kontrollen zu geben"

WDR 5 Morgenecho - Interview 01.06.2021 05:02 Min. Verfügbar bis 01.06.2022 WDR 5


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Verdacht: Mehr Tests abgerechnet als durchgeführt

Die Ermittlungen gegen einen Betreiber mehrerer Testzentren aus Bochum wurden durch Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung ausgelöst. Es besteht der Verdacht, dass er mehr Corona-Tests abgerechnet als durchgeführt hat. Das Unternehmen weist das zurück.

Testzentren sollen kontrolliert werden

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben als Konsequenz aus dem möglichen Abrechnungsbetrug bei Teststellen am Montag über strengere Überwachungsvorgaben gesprochen. Wie genau die aussehen und wer sie überprüfen soll, ist aber noch unklar.

Möglich wäre zum Beispiel, den Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Abrechnung von Schnelltests die Möglichkeit zu geben, geltend gemachte Sachkosten mit der Zahl der abgerechneten Tests zu vergleichen. Außerdem könnten die Testzentren verpflichtet werden, eine schriftliche Bestätigung des Gesundheitsamtes vorzulegen, dass sie Tests ordnungsgemäß vornehmen.

Stand: 01.06.2021, 11:35