Erzbistum zeigt Seelsorger wegen Betrugs an

Kölner Dom

Erzbistum zeigt Seelsorger wegen Betrugs an

  • Ex-Pfarrer arbeitete im Rheinland
  • Mann wegen Missbrauch entlassen
  • Falsche Dokumente vorgelegt

Ein wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassener Pfarrer aus Kamerun hat unter falschen Angaben als Seelsorger in katholischen Gemeinden des Erzbistums Köln gearbeitet. Gegen den 2013 in seinem Heimatland in den Laienstand versetzten Pfarrer sei Strafanzeige wegen Betrugs erstattet worden, teilte das Erzbistum am Sonntag (16.12.2018) in Köln mit.

Einsatz in der französischsprachigen Seelsorge

Der Mann hatte den Angaben zufolge falsche und ungültige Dokumente vorgelegt, um Vertretungen etwa in der französischsprachigen Seelsorgestelle Köln-Bonn übernehmen zu können. Das Erzbistum gehe auch kirchenrechtlich gegen den Mann vor. "Wir wurden vorsätzlich getäuscht", sagte der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal, Pfarrer Mike Kolb.

Offenbar habe der emeritierte Bischof von Bertoua in Kamerun Empfehlungsschreiben für den mutmaßlichen Betrüger ausgestellt. Weitere Kenntnisse über die Hintergründe, die in Kamerun zur Entlassung des Mannes führten, lägen dem Erzbistum nicht vor, hieß es weiter.

Ebenso wenig gebe es in diesem Zusammenhang Hinweise auf mögliche Missbrauchsfälle in Deutschland. Alle Gemeinden, in denen der Ex-Priester tätig war, seien jetzt informiert worden.

Missbrauch: Laien misstrauen Bischöfen

WDR 5 Diesseits von Eden 25.11.2018 04:25 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR 5

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Stand: 16.12.2018, 14:57