Wahner Heide zu voll - Hilft jetzt die Bundeswehr?

Lokalzeit2go - Bonn 28.01.2022 02:40 Min. Verfügbar bis 28.01.2023 WDR Bonn

Bundeswehr soll Wahner Heide schützen

Stand: 28.01.2022, 17:18 Uhr

Zu viele Besucher der Wahner Heide halten sich nicht an die Regeln. Die Stadt Troisdorf bittet die Bundeswehr um Hilfe. 

Von Sebastian Tittelbach

Seit der Corona-Pandemie ist das Naturschutzgebiet Wahner Heide noch beliebter geworden. Die Wanderparkplätze füllen sich auch unter der Woche, an Wochenenden ist es richtig voll. Wanderer, Jogger, Familien mit Hunden bevölkern das weitläufige Gelände. "An manchen Tagen konnten nicht mal mehr die Abstandsregeln eingehalten werden", berichtet Ulrike Tesch, Leiterin der Umweltamtes der Stadt Troisdorf. 

Illegale Trampelpfade so breit wie Wanderwege

Der Ansturm sorgt für Schäden in der Landschaft. Es gilt die Regel, dass nur Wege entlang von roten Pfählen benutzt werden dürfen. Dass sich längst nicht alle Besucher daran halten, sieht Thomas Möws, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Troisdorfer Stadtrat, regelmäßig. Die illegalen Trampelpfade sind teilweise breit wie normale Wanderwege, Möws findet im sandigen Boden Reifenspuren. Da habe jemand wohl keinen Parkplatz gefunden und ist direkt in die Heide gefahren, meint er: "Es sind während Corona mehr geworden, denen das egal ist. Bei vielen Leuten ist nicht präsent, dass die Wahner Heide geschützt werden muss."

Bundeswehr ist bereits in der Wahner Heide präsent

Auf Antrag der Troisdorfer Grünen wird die Stadt Troisdorf nun die Bundeswehr um Hilfe bitten. Schon früher haben sich Soldaten in der Wahner Heide als Naturschützer engagiert. In einem Teil der Landschaft führt die Bundeswehr Übungen durch. Außerdem stellt sie sicher, dass Besucher nicht Gebiete betreten, in denen noch Munitionsreste im Boden liegen. Bei diesen Übungen und Kontrollgängen könnten die Feldjäger der Bundeswehr nun verstärkt auf Besucher achten, die abseits der offiziellen Wege laufen. 

Bundeswehr soll in Wahner-Heide kontrollieren

00:22 Min. Verfügbar bis 28.01.2023


Aufklärungsarbeit stößt an Grenzen

Noch habe es keine Gespräche dazu gegeben, allerdings unterstützt die Stadtverwaltung den Vorschlag. Laut Ulrike Tesch sei die Aufklärungsarbeit an ihre Grenzen gestoßen: "Wir haben hier einen Schatz und man muss diesen Schatz schützen, die Hunde anleinen, die Wege nicht verletzen, keine Pilze pflücken und was sonst hier noch geschehen ist."

Die Sorge ist, dass die Schäden an der Natur so groß werden könnten, dass die Wahner Heide gesperrt werden muss. Thomas Möws will das auf jeden Fall vermeiden, ein Zaun wäre ein fatales Zeichen.