Beschwerden bei Bonner Bundesnetzagentur über Telefonwerbung auf Rekordniveau

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Beschwerden bei Bonner Bundesnetzagentur über Telefonwerbung auf Rekordniveau

Von Jörg Sauerwein

Die Beschwerden wegen unerlaubter Telefonwerbung sind im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau gestiegen. Das meldet die Bundesnetzagentur in Bonn. Insgesamt hat die Behörde 63.273 Meldungen von Verbrauchern bekommen, das ist ein Anstieg von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2019.

Die Anrufer wollen zum Beispiel für Zeitungsabonnements oder neue Mobilfunkverträge werben und rufen dafür in manchen Fällen sogar Dutzende Male an. Mehr als 63.000 Anrufe dieser Art haben Verbraucher der Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr gemeldet, so viele wie noch nie.

Bußgelder für Werbetreibende

Dagegen gehe die Behörde mit Nachdruck vor, sagte Netzagenturchef Jochen Homann in Bonn. Für das vergangene Jahr hieß das unter anderem: es wurden in 17 Fällen Bußgelder in Höhe von insgesamt 1,35 Millionen Euro verhängt. Unter anderem zum Beispiel gegen Mobilcom-Debitel. Hier hätten viele der Angerufenen keine Einwilligung zur Telefonwerbung gegeben und nach dem Anruf sei ihnen dann auch noch ein Vertragsabschluss zu einem Abo unterstellt worden.

Werbeanrufe ohne Einwilligung strafbar

Auch gegen ein Callcenter, das mit unerlaubten Anrufen versucht hat, neue Abonnenten für den Fernsehanbieter Sky zu gewinnen, wurde ein Bußgeld verhängt. In anderen Fällen hätten die Anrufer unter anderem versucht, sich als Behördenvertreter auszugeben, um sich das Vertrauen der Angerufenen zu erschleichen, heißt es von der Bundesnetzagentur.

Werbeanrufe sind ohne ausdrückliche Einwilligung in Deutschland nicht erlaubt. Wer sie trotzdem bekommt, kann diese bei der Netzagentur melden.

Stand: 13.01.2021, 18:01

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