Beruhigungsmittel bei Pferden im Kölner Rosenmontagszug nachgewiesen

Pferde im Karneval: Gelassenheitsprüfung mit den Roten Funken Lokalzeit aus Köln 21.01.2020 03:17 Min. Verfügbar bis 21.01.2021 WDR Von Henning Quanz

Beruhigungsmittel bei Pferden im Kölner Rosenmontagszug nachgewiesen

Von Sabine Büttner

  • Drei Pferde positiv auf Beruhigungsmittel getestet
  • Reitstall darf erstmal keine Pferde für den Zug einsetzen
  • Besitzer erklärt Substanz mit Zahnarzt-Behandlung

Die Stadt Köln hat am Freitag (20.03.2020) die Ergebnisse der Veterinärkontrollen beim Rosenmontagszug im Februar veröffentlicht. Demnach waren bei drei Pferden die Proben positiv: Im Blut der Tiere fanden die Kontrolleure das Beruhigungsmittel Acepromazin. Alle Pferde stammen aus demselben Stall, gegen den Besitzer wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Der Einsatz solcher Mittel ist verboten – Kritiker hegen immer wieder den Verdacht, dass Pferde für den Einsatz im Karneval auf diese Weise ruhig gestellt werden.

Karnevalsgesellschaft beendet Zusammenarbeit mit Reitstall

Die drei Pferde waren beim diesjährigen Zug beim Reiterkoprs der „Altstädter“ im Einsatz. Die Gesellschaft hat erklärt, die Zusammenarbeit mit dem Stall zu beenden. Auch das Festkomitee Kölner Karneval zieht Konsequenzen: Es hat eine Sperre für den Reitstall verhängt. Er darf drei Jahre lang keine Tiere mehr im Kölner Zug einsetzen. Für die Reiter, die mit den Pferden am Kölner Rosenmontagszug teilgenommen haben, gibt es vom Festkomitee keine Strafe.

Besitzer spricht von Zahnarzt-Behandlung vor dem Zug

Nach Angaben des Festkomitees hat der Besitzer der Pferde erklärt, die Tiere wären einige Tage vor dem Zug vom Zahnarzt behandelt worden. Zugleiter Holger Kirsch erklärte, es sei letztlich irrelevant, wann und auf welche Weise einem Pferd solche Substanzen verabreicht würden. Das Verbot sei bekannt und man erwarte von den Pferdebesitzern eine gewisse Sensibilität, ob ein Pferd beim Zug noch Restbestände im Blut haben könnte.

Insgesamt war im Rosenmontags in Köln in diesem Jahr bei 50 von rund 300 Pferden eine Blutprobe genommen worden. Außerdem nahmen die Veterinäre der Stadt alle Tiere in Augenschein. Ein Tier wurde vor dem Start vorsorglich aus dem Zug genommen. Eine Kutsche wurde während des Zuges herausgenommen, weil eines der Pferde nervös wirkte.

Stand: 20.03.2020, 15:22