Wuppertal führt keine 2G-Regelung ein - vorerst

Stand: 07.09.2021, 17:34 Uhr

Wuppertal will vorerst keine 2G-Regelung einführen. Der Wuppertaler Rat hat eine entsprechende Vorlage der Verwaltung wieder von der Tagesordnung genommen.

Die Stadt Wuppertal wird voerst nun doch keine 2G Regelung einführen. Der Wuppertaler Rat hat eine entsprechende Vorlage der Verwaltung am Dienstag (07.09.21) wieder von der Tagesordnung genommen.

Der Plan der Stadt beinhaltete einen Appell an die Wuppertaler Gastronomen und Veranstalter, nur noch Geimpfte und Genesene zu Veranstaltungen zuzulassen.

Auch die Stadt selbst wollte Getestete ausschließen, etwa bei Konzerten in der Stadthalle oder im Opernhaus. Bei den Fraktionen gab es allerdings Kritik. Die Unterlagen seien zu kurzfristig verschickt worden. Außerdem wolle man keine Impfpflicht durch die Hintertür, hieß es etwa bei der FDP und Teilen der CDU-Fraktion. Lediglich Grüne und Linke unterstützten die Pläne der Verwaltung, wenn auch mit Bauchschmerzen.

Oberbürgermeister forderte strenge 2G-Regelung

Vor der Ratssitzung hatte sich Wuppertals Oberbürgermeister Schneidewind für die strenge 2G Regelung stark gemacht. Die Stadt gehört zu den Kommunen mit den bundesweit höchsten Inzidenzzahlen. Sie wollte mit der strengen 2G-Regel den Impfdruck erhöhen und geimpften Personen Vorteile verschaffen.

Wuppertal: Situation nicht unter Kontrolle zu bringen

Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass mit den gegebenen Vorgaben allein die Situation nicht unter Kontrolle zu bringen sei, argumentiert die Stadt in der Vorlage. Trotz personeller Verstärkung sei das Gesundheitsamt derzeit nicht in der Lage, die Kontaktnachfolgung zeitnah zu gewährleisten.

2G-Optionsmodell nach Hamburger Vorbild gefordert

Alle anderen Städte und Kreise im Bergischen haben niedrigere Inzidenzzahlen als Wuppertal. Sie befürworten die Regelung, die das Bundesland Hamburg eingeführt hat. Dort gilt das 2G-Optionsmodell. Danach sollen Veranstalter selbst entscheiden, wen sie als Kunden haben möchten und wen nicht. Private Anbieter wie Vereine, Clubs oder Gastronomen legen fest, ob sie nur Geimpfte und Genesene zulassen (2G) oder auch Getestete (3G). Für dieses Modell hat sich auch der Deutsche Städtetag ausgesprochen.

Kreis Mettmann will Variante des Optionsmodells

Der Kreis Mettmann schließt sich zwar dem Vorschlag des deutschen Städtetages an. Seine eigenen Veranstaltungen, wie etwa die Eröffnung einer Rettungsstelle und eine Informationsveranstaltung zur Bundestagswahl, will der Kreis jedoch mit der 2G-Regelung umsetzen. Der Rheinisch-Bergische Kreis beispielsweise lehnt solche Sonderregelungen ab. Er fordert eine einheitliche Regelung vom Land.

Landesregierung gefordert

Sowohl Wuppertal als auch die anderen Städte und Kreise im Bergischen fordern mehr Klarheit von der Landesregierung. Bislang hält Ministerpräsident Armin Laschet die 3G-Regelung für den Freizeitbereich fest.