DNA-Test bestätigt: Neue Wölfe im Bergischen Land

Schafe richtig vor dem Wolf schützen Lokalzeit2go - Bergisches Land 06.12.2019 03:17 Min. Verfügbar bis 06.12.2020 WDR Wuppertal Von Gabi van den Boom

DNA-Test bestätigt: Neue Wölfe im Bergischen Land

  • Test bestätigt Wolfs-DNA
  • Schaf in Hückeswagen gerissen
  • Sichtungen auch außerhalb des neuen "Wolfverdachtsgebietes"

Der DNA-Test bestätigt: Ein Wolf hat vor wenigen Wochen ein Schaf in Hückeswagen gerissen. Dietmar Birkhahn, der Wolfsbeauftragten des Landesumweltamtes, bestätigte das am Freitag (13.12.2019). Er schätzt, dass es sich um ein junges, unerfahrenes Tier handelt. Derzeit werde noch untersucht, ob die gleichen DNA-Spuren schon an anderen Stellen gefunden wurden. Das könne ein Hinweis darauf sein, dass sich auch im Bereich Hückeswagen ein Wolf angesiedelt hat.

Schaf gerissen

In Hückeswagen ist vor wenigen Tagen ein Schaf gerissen worden.

Überall liegt Schafswolle

Vor wenigen Wochen fand Schafzüchterin Monika Schröter das tote Schaf auf der Weide gleich hinter dem Haus. Die Hinterkeule war komplett abgefressen - überall auf der Wiese war die Wolle verteilt. Auf Anraten von Dietmar Birkhahn lassen sie und ihr Mann die Tiere nicht mehr aus dem Stall. Normalerweise sind sie um diese Jahreszeit immer draußen.

Keine Fördermittel

Die Schafzüchter glauben nicht daran, dass der Angriff ein einmaliger Vorfall war. Erst kürzlich sei ein Wolf drei Kilometer von ihrem Hof gesichtet worden. Sie fürchten weitere Attacken und wollen deshalb Schutzzäune um ihre Weiden bauen.

In Hückeswagen ist vor wenigen Tagen ein Schaf gerissen worden.

Schafzüchter Manfred Schröter

Fördermittel des Landes bekommen sie dafür aber nicht, denn Hückeswagen liegt außerhalb des neuen "Wolfverdachtsgebietes Oberbergischer Kreis". Nur wer innerhalb der Grenzen liegt, hat ein Anrecht auf Fördermittel für Zäune und Schutzhunde. Wie das Landesumweltamt am Freitag (06.12.2019) bestätigte, können Betroffene ab sofort Anträge dafür stellen.

Nachweis schwierig

Ob auch Hückeswagen und Umgebung bald offiziell zum Wolfsgebiet zählen können, ist noch unklar. Denn dazu muss nachgewiesen werden, dass ein Wolf in dieser Region lebt und nicht nur durchzieht. Der Nachweis ist schwierig. Fotos und DNA-Proben müssen beweisen, dass sich ein Wolf in dem Gebiet niedergelassen hat. Weil sich in den letzten Wochen überall im Bergischen Land Tiere gerissen wurden, fordert Simon Darscheid, vom Schafzuchtverband NRW aus dem Bezirk Bergisch Land, eine Ausweitung des Verdachtsgebiets.

Stand: 16.12.2019, 15:33

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