Köln berät über Karnevalssession 2022

Jecken feiern den 11.11.21 am Kölner Heumarkt.

Köln berät über Karnevalssession 2022

Von Jochen Hilgers

Der Präsidentenabend, der dem Festkomitee traditionell als Weihnachtsfeier dient, wird heute spontan zur Krisensitzung. Die Präsidenten sollen über die Auswirkungen der Pandemie auf die bevorstehende Session informiert werden.

Alle Sitzungssäle sind bereits gebucht, die Künstler längst unter Vertrag genommen und die Programme stehen. Die Frage ist nur: Kann auch nur eine einzige Sitzung stattfinden?

Das Festkomitee wünscht sich klare und möglichst längerfristige Vorgaben der Politik. Sollten zum Beispiel Karnevalssitzungen untersagt werden, kämen die Karnevalsgesellschaften aus den bereits langfristig geschlossenen Verträgen heraus. Saalmieten und Künstlergagen würden nicht fällig. Andernfalls drohen vor allem kleineren Gesellschaften hohe Verluste, die bis zur Insolvenz führen könnten, warnt das Festkomitee. Künstler, deren Personal und Saalbetreiber müssten im Gegenzug Unterstützung durch staatliche Stellen bekommen.

Bands und Rednern droht das endgültige Aus

Vielen Bands und Rednern der zweiten Reihe drohe bei einer zweiten Session in Folge ohne Auftritte das endgültige Aus. Dann könne man in den darauffolgenden Jahren kaum noch Sitzungsprogramme füllen, so das Festkomitee. Zusammen mit den Karnevalstädten Bonn und Aachen suchen sie den Dialog mit der Landesregierung. Das Comitee Düsseldorfer Carneval Düsseldorf ist bei den Gesprächen nicht mehr dabei. Düsseldorf hat sich mit der geplanten Verschiebung des Rosenmontagszuges ins Abseits manövriert. Eine bekannte Kölner Künstleragentur hat heute Mittag die Betroffenen auf den Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen hingewiesen. Dort könne man sich jetzt schon registrieren lassen.

Entscheidung über Rosenmontagszug muss warten

Weniger drängend als die kommende Session des Sitzungskarneval wird beim Festkomitee das Thema Züge behandelt. Bis dahin sind es auch noch knapp drei Monate. Das Festkomitee geht davon aus, dass es in einige Stadtteilen auch zu Absagen der dortigen Umzüge kommen wird. Der Aufwand einen Zug in Pandemiezeiten durchzuführen, sei logistisch und finanziell nur schwer zu stemmen, heißt es. Eine Entscheidung über den Kölner Rosenmontagszug müssen es hingegen noch nicht geben, so das Festkomitee. Die Kosten zum Beispiel für Tribünen oder Rettungsdienste würden auch bei einer Absage anfallen. Auch die Wagenbauer seien bereits engagiert und würden fleißig an den Motivwagen arbeiten. 

Stand: 06.12.2021, 14:36