Atomaufsicht: Betonprobleme in Tihange und Doel lange unterschätzt

Atomkraftwerk Tihange

Atomaufsicht: Betonprobleme in Tihange und Doel lange unterschätzt

  • Tihange, Doel: Belgische Atomaufsicht bestätigt Probleme
  • Auswirkungen durch Betonverfall seien lange unterschätzt worden
  • Behörde will das Problem nun "proaktiv" angehen

Die Betonprobleme bei den belgischen Atommeilern sind nach Ansicht der nationalen Atomaufsicht Fanc lange unterschätzt worden. Man habe die Lage so eingeschätzt, dass der Verfall des Betons keine Auswirkungen auf die Beschaffenheit der Anlage habe, sagte Fanc-Geschäftsführer Frank Hardeman der belgischen Nachrichtenagentur Belga am Dienstag (02.10.2018) in Brüssel. Seine Behörde werde das Problem nun "proaktiv" angehen.

Belgien hat sieben Atommeiler an zwei Standorten, Doel im Norden des Landes und Tihange im Osten. Fünf von ihnen sind derzeit unter anderem wegen des maroden Betons abgeschaltet.

Die pannenanfälligen belgischen Atommeiler sind für Deutschland immer wieder Grund zur Sorge. Der Standort Tihange liegt bei Lüttich, rund 65 Kilometer südwestlich von Aachen. Die Reaktoren in Doel sind etwa 140 Kilometer von Aachen entfernt.

Stand: 02.10.2018, 18:46