Bedburger Wasserstoff für rheinische Aluminiumindustrie

Bedburger Windpark

Bedburger Wasserstoff für rheinische Aluminiumindustrie

Bedburg will den Windpark auf der Königshovener Höhe für die Herstellung von Wasserstoff nutzen. An dem Strukturwandel-Pilotprojekt im Rheinischen Braunkohlerevier hat die Industrie Interesse.

Wenn Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach aus seinem Rathaus im Stadtteil Kaster nach Nord-Osten schaut, dann kann er sie sehen: Die Windräder auf der Königshovener Höhe, eine aufgeschüttete Halde am Tagebau Garzweiler. 21 Anlagen drehen sich hier im Wind.

Der in Bedburg erzeugte Ökostrom wird ins Netz eingespeist. Für die Stadt bares Geld. Bis zu 2,5 Millionen Euro weht der Windpark pro Jahr in die Stadtkasse und mit dem Strukturwandel Pilotprojekt "Grüner Wasserstoff Hub im Nordrevier" sollen es noch mehr werden.

Wind wird zu Wasserstoff

"Hub", das bedeutet so viel wie "Zentrum" und Bedburg soll im Rheinischen Revier das Zentrum für grünen Wasserstoff werden. Um den alternativen Energieträger klimaneutral per Elektrolyse erzeugen zu können, wird die Stadt zusammen mit RWE den gemeinsamen Windpark auf der Königshovener Höhe erweitern.

Am Rand des Tagebaus, entlang der A 44, beginnt im Frühjahr der Bau von fünf weiteren Windkraftanlagen, alle mit einer Gesamthöhe bis zur Rotorspitze von fast 240 Metern. Der mit Windstrom erzeugte Wasserstoff soll in einem neuen Gewerbegebiet an der A 61 gespeichert werden.

Wasserstoff soll Braunkohle ersetzen

Nur wenige Kilometer von Bedburg entfernt, in Neuss, betreibt Norsk Hydro die landesweit größte Aluminiumhütte. Hier wird das Metall nicht nur hergestellt, sondern auch recycelt. Für den Erhalt des Standorts fordert das norwegische Unternehmen eine sichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Ein Bus wird von dem Fahrer mit einem großen Schlauch getankt

In Hürth im Rhein-Erft-Kreis tanken Busse bereits Wasserstoff

Da die Stromerzeugung aus Braunkohle im Jahr 2038 beendet werden soll, schaut das Unternehmen nun gespannt nach Bedburg. Bereist vereinbart wurde eine gemeinsame Absichterklärung. Hydro und Bedburg verstehen sich als Projektpartner, sagt Unternehmenssprecher Moritz Rank. Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach hofft auf einen Deal mit den Norwegern. Denn viele Hydro Beschäftigte kommen auch aus seiner Stadt.

Wasserstoff Energie für Glühöfen?

Wie Bedburger Wasserstoff bei Norsk Hydro genutzt werden könnte, dafür gibt es bereits  erste Pläne. Das Unternehmen kann sich den Einsatz des alternativen Energieträgers für das Recycling von Aluminium vorstellen. Weiterhin denkbar sei eine Umrüstung der Aluminium Glühöfen auf die Wasserstofftechnologie" ergänzt Sascha Solbach.

Die Stadt sieht ihr Pilotprojekt als wichtigen Baustein des Strukturwandels. Wasserstoff könne im Rheinischen Revier zum Erhalt von Arbeitsplätzen beitragen, sagt Bedburgs Bürgermeister. 

Stand: 25.02.2021, 07:39