Demo gegen Bayer-Stellenabbau in Wuppertal

Bayer-Demo Wuppertal WDR aktuell 23.11.2018 01:30 Min. Verfügbar bis 23.11.2019 WDR

Demo gegen Bayer-Stellenabbau in Wuppertal

  • Betriebsrat hatte Wuppertaler Bayer-Mitarbeiter zu Protesten aufgerufen
  • Demo fand am Montagmittag in Wuppertal statt
  • Konzern will Produktion eines Medikaments in die USA verlegen

Wenige Tage nach der Bekanntgabe eines massiven Arbeitsplatzabbaus im Bayer-Konzern protestieren Beschäftigte in Wuppertal. Der Betriebsrat des Standortes mit mehr als 3.000 Mitarbeitern hat für Montagmittag (03.12.2018) zu einer Demo aufgerufen. Rund 1.500 Mitarbeiter waren dem Aufruf gefolgt und sind auf die Straße gegangen.

Die Veranstalter befürchten, dass der Konzern durch den Stellenabbau Know-how und wichtige, innovative Arbeitsplätze unwiederbringlich verliere. Die Demo fand kurz vor einer Ansprache des Vorstandsvorsitzenden statt, die am Montagnachmittag an alle deutschen Standorte übertragen werden soll.

Bayer: "Konzentrieren aufs Kerngeschäft"

WDR 5 Morgenecho - Interview 01.12.2018 04:25 Min. Verfügbar bis 30.11.2019 WDR 5

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Produktion soll an US-Standort konzentriert werden

Bayer hatte am Donnerstag (29.11.2018) unter anderem angekündigt, dass eine neue Produktionsstätte in Wuppertal, die den Regelbetrieb noch nicht aufgenommen hat, schrittweise stillgelegt werden soll. Dabei geht es um die Herstellung eines sogenannten Faktor-8-Wirkstoffes, der die Blutgerinnung verstärkt.

Bis jetzt steht nur fest, dass in Wuppertal 350 Stellen wegfallen werden. Wo die anderen Stellen eingespart werden sollen, hat der Chemie-Konzern nur vage angedeutet. Rund 900 Arbeitsplätze sollen in der Pharmaforschung wegfallen, rund 1.100 im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten, weitere 4.100 im Pflanzenschutzbereich und bis zu 6.000 in der Verwaltung.

Vor allem der Stellenabbau in der Pharmaforschung könnte auch Wuppertal treffen. Denn Bayer hat in der Stadt ein großes Forschungszentrum. Rund 1.500 Mitarbeiter arbeiten hier an der Erforschung und Entwicklung neuer Wirkstoffe.

Weil viele Konkurrenzprodukte auf den Markt gekommen seien, will Bayer die Produktion an einem US-Standort konzentrieren. Laut Betriebsrat werden in diesem Biotechnologiebereich nun rund 350 hoch spezialisierte Arbeitsplätze in Wuppertal bereits 2019 wegfallen.

Betriebsrat fordert rasche Perspektiven

Ursprünglich hatte der Bayer-Konzern Investitionen in der Größenordnung von ungefähr 500 Millionen Euro in diesen neuen Betrieb angekündigt. Der Wuppertaler Betriebsratschef forderte, dass für jeden Betroffenen eine Perspektive gefunden werden müsse – und zwar rasch, wie er mit Verweis auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage betonte.

Gleichzeitig kündigte Bayer-Chef Werner Baumann in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" an, mehr Jobs im Ausland als in Deutschland zu streichen. "Es wird einen bedeutenden Anteil an Arbeitsplätzen in Deutschland betreffen, aber nicht die Mehrzahl, wie schon gemutmaßt wurde", so Baumann. "4.000 der 12.000 betroffenen Stellen entspringen den bekannten Synergien aus der Übernahme von Monsanto."

Bayer - Was wird jetzt aus uns!? Aktuelle Stunde 30.11.2018 02:32 Min. Verfügbar bis 30.11.2019 WDR Von Claudia Weber

Stand: 03.12.2018, 17:44