Rheinische Bauern setzen auf Leihbienen

Das Bild zeigt eine Blume und eine Biene.

Rheinische Bauern setzen auf Leihbienen

Von Stephan Kern

  • Mobile Bienenvölker für Landwirte
  • Nicht genug Nahrung für Bienen in der Landschaft
  • Anzahl der Imker im Rheinland hat sich verdoppelt

Die Obst- und Rapsbauern im Rheinland sind zufrieden mit der Bestäubung ihrer Pflanzen. Sie setzen dabei besondere Leiharbeiter ein: Bienen, die sie von Imkern mieten.

Landwirte setzen Bienenvölker für Bestäubung ein 

Rund 40 bis 50 Euro kostet es die Landwirte, eine Woche lang ein Bienenvolk bei sich ins Feld oder Gewächshaus zu stellen. Die Landwirte erreichen damit oft eine bessere Qualität der Früchte und einen höheren Ertrag. Auch die Imker sind froh, dass ihre Bienen in den Feldern satt werden. In den späten Sommermonaten würde das Nahrungsangebot nämlich schlechter, sagt der Imkerverband Rheinland. Immer noch gäbe es zu wenig Blühstreifen zwischen den Feldern, wo Bienen Nahrung finden könnten.

Sechs Wochen Knäckebrot

Allein von den Blühstreifen zwischen den Feldern würden die Bienen nicht mehr satt werden, meint Dirk Franciszak vom Imkerverband Rheinland. Deshalb sind viele Imker interessiert, ihre Bienen zu den Landwirten zu bringen. Die Bienenvölker würden dann zwar satt werden, allerdings wäre die Nahrung wenig abwechslungsreich. "Das ist für die Bienen so, als würden sie sechs Wochen Knäckebrot essen". Die Imker in den Städten sind entspannter, weil in vielen Gärten Blumen wachsen und Bestäubern ausreichend Nahrung bieten.

Anzahl der Imker im Rheinland hat sich verdoppelt

Der Trend, Bienenvölker zu verleihen, nimmt weiter zu. Neuerdings bringt eine Vermittlungsplattform (https://www.bienenwanderung.de/) Obstbauern, Landwirte und Imker zusammen. Die zunehmenden Kooperationen sind auch der wachsenden Anzahl von Imkern geschuldet, sagt Dirk Franciszak. Im Rheinland hat sich die Anzahl der Imker in den letzten 5 Jahre verdoppelt. Statt 37 000 Honigbienenvölker gibt es jetzt 68 000. Die Imker würden auch immer jünger und weiblicher - und nicht mehr nur die Honigproduktion habe Bedeutung, sondern es gehe den Imkern zunehmend um Themen wie Biodiversität und Artenschutz.

Stand: 24.04.2019, 13:05

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