Exot auf dem Feld: Kölner Landwirt baut Soja an

Ein Landwirt läuft über sein Feld, auf dem er Soja anbaut

Exot auf dem Feld: Kölner Landwirt baut Soja an

  • Sojaanbau ist in der Region schwierig
  • Landwirt aus Porz traut sich
  • Bohnen werden zu Hühnerfutter

Auf dem Margaretenhof in Porz-Libur baut Landwirt Bernd Bulich eine exotische Feldfrucht an: Soja. Und das, obwohl die Hülsenfrucht eigentlich sehr wärmeliebend ist. Auf die ungewöhnliche Idee kam der Landwirt aus der Not heraus.

"Ich habe einen klassischen Ackerbaubetrieb gehabt. Durch den Wegfall der Zuckerrübenquote und den Preisverfall im Zuckersektor hab ich mir überlegt, dass ich Alternativen finden muss, um in meinem Betrieb auch weiterhin Früchte zu haben, mit denen man Geld verdienen kann", erzählt Bulich. Seit mittlerweile fünf Jahren baut er auf sechs Hektar seines Betriebs Soja an.

Sojabohnen-Anbau: Neu am Niederrhein Lokalzeit aus Düsseldorf 31.07.2019 06:11 Min. Verfügbar bis 31.07.2020 WDR Von Linda Richert

Rückschläge im ersten Jahr

Sojabohne

Allerdings sei der Anbau nicht einfach, erzählt Bulich. Anfangs musste er einige Rückschläge einstecken und war ziemlich frustriert. Im ersten Jahr hat er 50 Prozent seines Ertrags verloren. Tauben fraßen die Saat, das Unkraut gewann die Oberhand. Und: "Die Pflanze mag es warm. Nur spezielle Sorten wachsen hier." Sechs Monate dauert es, bis er die Feldfrucht ernten kann.

Insgesamt lässt sich sagen: Soja boomt. 2018 wurden ganze 3,6 Millionen Tonnen nach Deutschland importiert. Tendenz steigend. Fast jedes Tierfutter enthält Soja. Doch die Ölsaat hat nicht nur einen weiten Weg hinter sich, sondern ist auch gentechnisch Reportbehandelt. Das wollte er ändern.

Soja dient als Hühnerfutter

Denn die Sojabohnen aus Porz landen nicht etwa auf unserem Teller. Sie sind Futter für die Hühner des benachbarten Geflügelhofs. Der befreundete Landwirt freut sich, er muss sein Sojafutter nicht teuer importieren. Und den Hühnern? Denen schmeckt die Soja-Mischung aus der Region.

Stand: 21.10.2019, 11:02