In Lützerath brennen die ersten Barrikaden

Stand: 02.01.2023, 15:56 Uhr

Mitte Januar soll das Braunkohledorf Lützerath geräumt werden. Seit Montag sind mehrere Hundertschaften der Polizei im Einsatz - sie sollen die Räumung vorbereiten. Die Aktivisten zündeten Barrikaden an.

Von Helga Hermanns

Polizisten seilen einen Aktivisten von dem hölzernen Eingangstor zum Camp in Lützerath ab

Polizisten seilen einen Aktivisten ab

Die Stimmung sei emotional aufgeladen, sagte ein Polizeisprecher. Das wird auch am Eingang des von Klimaaktivisten besetzten Dorfes Lützerath im Kreis Heinsberg sichtbar. Dort haben Polizisten damit begonnen, Aktivisten von dem hölzernen Eingangstor zum Camp abzuseilen. Da es sich um eine Zufahrt handelt, soll das Tor abgebaut werden.

Vor der Räumung von Lützerath: Bilder von den Protesten

Die Räumung des Dorfes Lützerath steht erst nächste Woche an, die Proteste haben aber schon begonnen. Eindrücke vom Rande des Tagebaus Garzweiler II.

Aktivisten stehen vor brennenden Barrikaden

Mit brennenden Barrikaden versuchen Aktivisten den Zugang zum Dorf Lützerath zu blockieren. Das soll trotz heftiger Proteste dem Braunkohle-Tagebau weichen.

Mit brennenden Barrikaden versuchen Aktivisten den Zugang zum Dorf Lützerath zu blockieren. Das soll trotz heftiger Proteste dem Braunkohle-Tagebau weichen.

Die Bagger im Blick: Im Dorf haben Aktivisten ein Camp errichtet, das aber in der kommenden Woche geräumt werden soll, damit die Riesenmaschinen ihre Arbeit aufnehmen können. So hatten es Energieversorger RWE und die Landesregierung vereinbart.

Mit Ästen, Autoreifen und Steinen wollen Tagebau-Gegner verhindern, dass die Polizei weiter auf der Landstraße 277 vorrückt. Die Straße ist der wichtigste Zugang zum Dorf.

Das Tor zum Camp, an dem sich Aktivisten festgebunden haben, wird von der Polizei geräumt und soll abgeräumt werden.

Auf der Straße wurden Pflastersteine abgelegt. Laut Polizei wurde dort auch Pyrotechnik gezündet, Polizisten und RWE-Mitarbeiter mit Flaschen und Böllern beworfen.

Manche Aktivisten blockierten selbst die Straße. Beim Zurückweichen vor der Polizei verletzte sich eine Frau am Fuß und wurde mit dem Rettungswagen abtransportiert.

Ein Aktivist hat sich auf der Straße festgeklebt.

In Lützerath sollen sich inzwischen mehrere hundert Menschen in den Häusern und in Baumhäusern aufhalten. Nach Aussage der Polizei gibt es noch keine Räumungen. Die Aktivisten haben Barrikaden aus Strohballen und Autoreifen in Brand gesteckt.

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Eine Aktivistin wird mit einer Liege zu einem Krankenwagen transportiert

Verletzte Aktivistin wird zum Rettungswagen gebracht

Außerdem wurden Pflastersteine auf der Zufahrtsstraße nach Lützerath verteilt und Pyrotechnik gezündet. Polizisten und RWE-Mitarbeiter sollen mit Flaschen und Böllern beworfen worden sein. Diese Straftaten würden konsequent verfolgt, sagte ein Polizeisprecher. Auf der Landstraße 277, der Hauptzufahrt zu Lützerath, waren Polizisten Richtung Dorf vorgerückt. Beim Zurückweichen hat sich in der Gruppe der Aktivisten eine Frau am Fuß verletzt. Sie wurde mit einem Rettungswagen abtransportiert.

Bürgerinformation zur Räumung

Die Polizei und der Landrat des Kreises Heinsberg haben für kommenden Dienstag eine Bürgerinformationsveranstaltung zur Räumung angekündigt. Sie findet ab 17 Uhr im Berufskolleg Erkelenz statt.

Die Kommunikation solle dazu beitragen, Ausschreitungen zu verhindern, sagte die Polizei. Sie sagt, die Situation sei nicht vergleichbar mit der Räumung im Hambacher Forst im Jahr 2018 - auch mit Blick auf die Zusammensetzung der Aktivisten.