EU-Parlamentarier Axel Voss bei Gamescom

Politiker Axel Voss auf der Gamescom-Bühne

EU-Parlamentarier Axel Voss bei Gamescom

  • Diskussion verlief respektvoll
  • Voss wünscht sich mehr Dialogbereitschaft seitens der Nutzer
  • Schnellere Gesetzesänderungen für die digitale Welt

Der Europaparlamentarier Axel Voss bekam im vergangenen Jahr einen Shitstorm tausender Youtuber, weil er in ihren Augen die EU-Urheberrechtsreform mit den umstrittenen Artikeln 13/17 federführend voran getrieben hatte. Danach werden Plattformen wie Youtube und Facebook verpflichtet, bereits beim Hochladen eines Werkes zu prüfen, ob Nutzer auch Rechteinhaber bestimmter Inhalte sind oder diese unerlaubt verbreiten.

Respektvoller Empfang auf der Messe

Buhrufe und Anfeindungen gab es aus dem vollen Rhein-Saal der Messe Köln nicht, obwohl vorab im Netz über den Besuch des Politikers viel geflucht und gewitzelt wurde. In der Talkrunde machte Axel Voss keinen Hehl daraus, wie heftig die Proteste der Youtuber im letzten Jahr waren: Hackingversuche, Drohanrufe, 60.000 an ihn verschickte Emails.

Voss sagte, er habe keine Möglichkeit mehr bekommen, seine Argumente auf sachlicher Ebene anzubringen. Er wünscht sich mehr Dialogbereitschaft seitens der Online-Gemeinschaft.

"Ich bin auch gegen Upload-Filter!"

Wie die Artikel 13/17 letztlich ausgelegt würden, werde von den Gerichten entschieden. Ob die Gesetze noch mal geändert werden müssen, bleibt seiner Meinung nach abzuwarten. Voss fordert vom Gesetzgeber mehr Flexibilität für die raschen Änderungen der digitalen Welt.

Stand: 21.08.2019, 20:29