Autozulieferer aus Hilden und Haan ist insolvent

Mensch in Bewegungsunschärfe in Halle

Autozulieferer aus Hilden und Haan ist insolvent

  • Wielpütz ist laut Amtsgericht zahlungsunfähig
  • 850 Mitarbeiter in zwei Werken betroffen
  • Grund für Insolvenz: Aufträge zurückgegangen

Der Autozulieferer Wielpütz ist zahlungsunfähig. Das Düsseldorfer Amtsgericht hat am Mittwoch (12.12.2018) einen Insolvenz-Antrag eingeleitet. In den beiden Werken in Hilden und Haan fertigen die rund 850 Mitarbeiter Ölleitungen, Ölmessstäbe und Pedale.

Bis Februar zahlt die Arbeitsagentur

Die Beschäftigten bekommen bis Februar Insolvenzgeld über die Arbeitsagentur. Danach muss die Firma die Gehälter allein schultern. Denn es handelt sich um eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Das heißt: Die Geschäftsführung bleibt an Bord und soll die Firma selbst sanieren.

Sollten die Pläne scheitern, würde ein Insolvenzverwalter übernehmen.

Geschäftsbetrieb läuft weiter

"Unser oberstes Ziel ist es, die Wielpütz-Gruppe im harten Wettbewerb langfristig stabil und wettbewerbsfähig aufzustellen sowie möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten", heißt es in einer Mitteilung des Automobilzulieferers. Der Geschäftsbetrieb laufe an allen Standorten uneingeschränkt weiter.

Umbruch am Automarkt als Ursache

Grund für die finanzielle Schieflage sei der Umbruch am Automarkt und die generelle Kritik am Verbrennungsmotor. Dies habe einen Auftragsrückgang durch die Autohersteller verursacht. Nach Angaben von Wielpütz habe zudem die verzögerte Marktzulassung neuer Motoren zu einem Liquiditätsengpass geführt.

Wielpütz blickt auf fast 120 Jahre Firmengeschichte zurück – das Unternehmen wurde 1900 als Stahl- und Metallwarenfabrik in Solingen gegründet. Nach eigenen Angaben beliefert Wielpütz "alle namenhaften Automobilhersteller".

Stand: 13.12.2018, 17:23