Autonomes Zentrum: Zehn Jahre alternative Kultur in Köln

Das Autonome Zentrum neben dem Justizgebäude in Köln

Autonomes Zentrum: Zehn Jahre alternative Kultur in Köln

  • Drei Tage Online-Veranstaltungen
  • Alternatives kulturelles Angebot
  • Stadt sucht neues Grundstück fürs AZ

Das selbstverwaltete Kulturzentrum feiert mit Vorträgen, Workshops und Konzerten sein zehnjähriges Bestehen. Das Autonome Zentrum (AZ) gilt als ein wichtiger Baustein der kulturellen Angebote in der Stadt.

Breites Angebot an der Luxemburger Straße 

Am Gebäude des AZ sind Graffiti zu sehen: "Wir kämpfen!"

Graffiti gegen den Abriss: das Autonome Zentrum will bleiben

Die geplanten Veranstaltungen werden allesamt wegen der Corona-Krise online angeboten. Es ist ein Ausschnitt aus den Angeboten, die dort regelmäßig stattfinden. Das Autonome Zentrum bietet Raum für politische Diskussionen, eine Fahrradwerkstatt, eine Essensausgabe für Wohnungslose und andere Bedürftige, eine Kleiderkammer, Proberäume für Musiker, es veranstaltet Sportkurse und Partys.

Seit Beginn der Corona-Krise unterstützt das AZ mit der eigenen Küche eine Wohnungslosen-Initiative am Breslauer Platz. Bei Hausbesetzungen und Demonstrationen sind die Mitglieder aktiv, zum Teil begleitet von Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Autonomes Zentrum soll Grünfläche weichen

Aktivisten im Autonomen Zentrum

AZ in Köln: Nicht nur Kultur, sondern auch Protest gegen Wohnungsleerstand

Die Arbeit des Autonomen Zentrums wird von den meisten im Rat vertretenen Parteien als Baustein der kulturellen Angebote der Stadt anerkannt. Allerdings ist der jetzige Standort in einem ehemaligen städtischen Betriebshof umstritten. Denn an dieser Stelle direkt neben dem heutigen Justizzentrum soll der Grüngürtel verlängert werden und ein Park entstehen. Und gleich nebenan will das Land ein neues Justizgebäude bauen. Laut Aussage der Stadt ist ein passendes Alternativgelände noch nicht gefunden.

Die Betreiber des AZ wollen an der Luxemburger Straße bleiben. Viele der Angebote werden von Studenten der nahen Universität genutzt und die bestehenden Bauten bieten ausreichend Platz. Das AZ musste bereits mehrmals umziehen: Gegründet wurde es in einer ehemaligen Betriebskantine im Stadtteil Kalk. Nach zum Teil heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei wurde dem AZ ein städtisches Gebäude am Eifelwall überlassen. Zwei Jahre später zog das Zentrum in die jetzigen städtischen Bauten um. Der Nutzungsvertrag läuft noch bis zum nächsten Frühjahr.

Stand: 16.04.2020, 09:06