Erfahrungsbericht: Autonomes Fahren in Düsseldorf

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst steigt zum Start der Teststrecke für autonomes Fahren in Düsseldorf in ein Auto

Erfahrungsbericht: Autonomes Fahren in Düsseldorf

  • Teststrecke für autonomes Fahren gestartet
  • Fahrhilfen und Stau-Meldesysteme
  • Selbstfahrende Autos sind noch Zukunfstmusik

Am Montag (24.09.2018) startete offiziell die Teststrecke in Düsseldorf für autonomes Fahren. Zu der Eröffnung hatte die Rheinbahn eingeladen. Die Erwartung war groß: Selbstfahrende Autos in Düsseldorf!

Aber keine Sorge, so weit ist es noch lange nicht. Das wird bereits bei der Ansprache von NRW Verkehrsminister Hendrik Wüst deutlich: Manche würden denken, dass wir nächste Woche schon das autonome Fahren hätten, die Realität sähe aber anders aus.

Das Projekt läuft unter der Abkürzung "KoMoD", bei der auch Oberbürgermeister Thomas Geisel kurz stocken muss, da er nicht mehr genau weiß, wofür das eigentlich steht. Für: Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf.

Was wird eigentlich getestet?

Autonomes Fahren wird in sechs Stufen eingeteilt. Stufe 0 bedeutet Fahren ohne jegliche technische Unterstützung wie Parkhilfe oder Tempomat. Stufe fünf steht für autonomes Fahren – ganz ohne Fahrer.

Zum Vergleich: Das Fahrassistenzsystem, zu dem beispielsweise der Tempomat zählt, fällt unter Stufe 1. Auf der Teststrecke in Düsseldorf wird derzeit die zweite Stufe getestet. Im Prinzip bedeutet das: Kommunikation per 4G und WLAN von und an Autos und auch untereinander.

So wird auf einem Bildschirm im Testfahrzeug angezeigt, wie lange die Ampel auf Rot oder Grün steht. Auch die Information, dass der Fahrer schnell gebremst hat, soll übertragen werden.

Keine Datenschutzprobleme

So könnten in Zukunft Warnhinweise herausgegeben werden, wenn 20 Autos gleichzeitig abrupt bremsen. Aber auch, wenn rote Ampeln überfahren werden.

Anzeige der Dauer einer Ampelschaltung auf einem Bildschirm im inneren eines Autos

Auf einem Bildschirm wird die Dauer einer Ampelschaltung angezeigt

Bei der Testfahrt ist die Angst vor zukünftigen Anzeigen bei der Polizei aufgrund dieser Informationen aber genommen worden: Die Daten werden anonymisiert übertragen.

Was passiert auf der Teststrecke?

Hauptsächlich wird die Infrastruktur getestet, die Tests konzentrieren sich auf das Senden und Empfangen verschiedener Nachrichten. In der Zukunft könnte es auch möglich sein, automatische Spurwechsel sowie Bremsen und Gas geben zu testen.

Außerdem wird das automatisierte Parken perfektioniert: So wurde bei der Eröffnung ein Auto präsentiert, das automatisch fahren und einparken kann. Ein sogenannter Sicherheitsfahrer musste dennoch im Auto sitzen. Das Parken auf einem komplett leeren Parkdeck wirkte dabei nicht sonderlich beeindruckend.

Fazit: Gut, aber spät

Der Start der Teststrecke in Düsseldorf schien vielversprechend, ist im Endeffekt aber nur der logische Schritt der Weiterentwicklung. Technikbegeisterte dürften enttäuscht, Skeptiker können beruhigt sein: Bis autonomes Fahren wirklich Formen annimmt, wird es wohl noch ein paar Jahrzehnte dauern.

Stand: 24.09.2018, 15:22

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