Nach Tumulten: Flughafen Düsseldorf prüft rechtliche Schritte

Die Flughafenhalle in Düsseldorf mit großen Warteschlagen: am Wochenende zu Flugänderungen und Ausfällen der Pegasus Airline.

Nach Tumulten: Flughafen Düsseldorf prüft rechtliche Schritte

Der Ansturm der Urlauber am Wochenende war zu viel für Pegasus Airlines. Die Fluggesellschaft musste Flüge in die Türkei wegen Personalknappheit stornieren. Der Flughafen behält sich rechtliche Schritte vor.

Vier stornierte Flüge in die Türkei am Freitagabend, fünf weitere am Samstag. Sechs weitere Flüge, dessen Starts auf Flughäfen auf andere Flughäfen wie Köln/Bonn oder Münster verlegt wurden. Tumulte mit Einsätzen der Bundes- und Landespolizei. Wartezeiten zwischen zwei und fünf Stunden.

Die Personalnot bei der türkischen Pegasus Airline hat für Chaos am Düsseldorfer Flughafen gesorgt. Das Flugunternehmen konnte die Check-In-Schalter nicht ausreichend besetzen. Stundenlang mussten Passagiere ausharren, bevor sie die ersten Infos zu ihren ausfallenden oder verlegten Flügen bekamen.

Verantwortung liegt bei der Airline

Auch zwei Tage nach diesen Ereignissen, steht die Frage im Raum, wie es zu dieser Situation kommen konnte? Der Düsseldorfer Flughafen sieht das Problem bei der Airline. Als größter Flughafen in NRW sei man Besucheranstürme eigentlich gewohnt. Dieses Wochenende habe man 120.000 Fluggäste erwartet, in Nicht-Corona-Zeiten sind es etwa 200.000 Passagiere. Auf die Abläufe bei der Airline habe der Flughafen keinen Einfluss.

Flughafenchef Thomas Schnalke sagte am Montag: "Das ist nicht akzeptabel und eine Ausnahmesituation, die in meiner Zeit am Düsseldorfer Flughafen noch nie vorgekommen ist." Eine Airline, die von und nach Düsseldorf fliegt, müsse ihren operativen Verpflichtungen nachkommen. Sonst gehöre sie nicht an den Düsseldorfer Flughafen.

Auch seien die Reisenden - neben Flugausfällen, Verzögerungen und Verlegungen - aus Sicht des Flughafens "vor Ort nur unzureichend informiert" worden. Nach den chaotischen Szenen behalte dieser sich Schadensersatzforderungen und rechtliche Schritte vor, sollte es erneut zu Problemen bei Pegasus-Flügen kommen, sagte ein Sprecher.

Check-In bleibt zu, Reisende wütend

Die Fluggesellschaft mit Sitz in Istanbul setzt bei der Abfertigung ihrer Fluggäste auf einen externen Dienstleister. Der kümmert sich um den Check-In und die Kontrolle der Fluggäste. Bei diesem Unternehmen hätten sich allerdings kurzfristig zwölf Mitarbeiter krank gemeldet. Folge: Die Check-In-Schalter blieben bis auf Ausnahmen zu, die Reisenden mussten warten. "Darauf können wir bedauerlicherweise keinen Einfluss nehmen", so die Reaktion von Pegasus Airlines.

Özay Tarim, Gewerkschaftssekretär der Verdi, übt schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen: "Der Anbieter, der hier als Dienstleiter zum Einsatz gekommen ist, ist nicht tarifgebunden und hat keinen Betriebsrat. Genau so wie das Angebot dann billig ist, ist auch die Qualität desaströs." Das passende Wort sei zusammengefasst ein "Disaster".

Der Dienstleister wehrt sich gegen die Anschuldigungen. Die Anforderungen zum Ferienstart seien einfach nicht zu stemmen gewesen. Es habe in letzter Zeit Kündigungen gegeben, Mitarbeiter seien in Kurzarbeit und dazu seien eben an diesem Wochenende noch die kurzfristigen Krankschreibungen gekommen. Kurz: Es war zu wenig Personal am Flughafen, das dann wegen des großen Ansturms ebenfalls die Arbeit eingestellt habe.

Stand: 06.07.2021, 09:50