Ausbildung statt Arbeitslosigkeit

Projekt im Wichernhaus: Aus der Arbeitslosigkeit zur Fachkraft Lokalzeit Bergisches Land 10.12.2019 06:05 Min. Verfügbar bis 10.12.2020 WDR Von Rita Jäger

Ausbildung statt Arbeitslosigkeit

Von Rita Jäger

  • Ausbildung mit unbefristetem Vertrag
  • Sozialversicherungspflichtiger Tariflohn
  • Zukunftsperspektiven durch Gemeinschaftsprojekt

Noch immer haben Menschen ohne Ausbildung das höchste Risiko arbeitslos zu werden. Das so genannte "Qualifizierungschancengesetz" der Bundesanstalt für Arbeit hilft genau diesen Menschen. Langzeitarbeitslose jeden Alters haben jetzt die Chance, eine Ausbildung zu machen - und das ohne finanzielle Sorgen.

Früher Bandwirker, heute Anlagetechniker

In Wuppertal werden mit Hilfe dieses Gesetzes elf Langzeitarbeitslose als Maschinen- und Anlagetechniker für die Fachrichtung Textiltechnik – dem ehemaligen Bandwirker - ausgebildet. Der jüngste Teilnehmer ist 27, der älteste 57 Jahre alt. Einige kommen von der Agentur für Arbeit, andere aus dem ALG II-Bezug. Möglich ist das durch ein Gemeinschaftsprojekt von Arbeitsagentur, Jobcenter, der gemeinnützigen Zeitarbeitsfirma Start NRW und dem Ausbildungszentrum der Wuppertaler Beschäftigungsgesellschaft Wichernhaus.

Ohne Sorgen zum Facharbeiterbrief

Ausbilderin Andrea Milunovic im Gespräch mit der Auszubildenden Janina Joseph

Die Formalien spielen für die Teilnehmer eigentlich keine Rolle. Für sie ist nur wichtig, dass sie sich ohne finanzielle Sorgen eine Zukunftsperspektive erarbeiten können. Denn alle haben einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei Start NRW und zwar zum Tariflohn eines Industriehelfers. Möglich ist das mit Unterstützung der Agentur und des Jobcenters.

Fachkräftemangel auch in der Textilindustrie

Ihre Arbeitszeit verbringen die ungewöhnlichen Azubis in der Textil-Lehrwerkstatt des Wichernhauses. Unter den strengen Augen der Ausbilder absolvieren sie eine zweijährige Ausbildung. Am Ende winkt ein Facharbeiterbrief und die Chance einen gut bezahlten Job in einem der zahlreichen Textilunternehmen zu ergattern. Denn auch in der traditionellen, typisch bergischen Branche herrscht mittlerweile der Fachkräftemangel.

Stand: 10.12.2019, 19:30