Stadt Hilden will A3-Ausbau verhindern

Bild von der Baustelle auf der A3 zwischen den zwei Fahrtrichtungen

Stadt Hilden will A3-Ausbau verhindern

Von Raphael Boch

  • Resolution gegen Ausbau der A3
  • Hildener befürchten noch mehr Lärm
  • Befahrbarer Seitenstreifen ist Alternativvorschlag

Der Rat der Stadt Hilden will den geplanten Ausbau der A3 von sechs auf acht Spuren verhindern. Das hat er am Mittwochabend (30.10.2019) per Resolution beschlossen - ein klares Signal an den Bund. Die A3 soll laut Bundesverkehrswegeplan bis 2030 ausgebaut werden. Das Projekt hat höchste Priorität.

Immer mehr Verkehr auf der A3

Laut Straßen NRW fahren 120.000 Autos jeden Tag über den A3-Abschnitt zwischen dem Kreuz Hilden und der Anschlussstelle Leverkusen Opladen. Der Landesstraßenbetrieb rechnet damit, dass der Verkehr bis 2030 sogar noch um fünf Prozent zunehmen wird. Deswegen sei der Ausbau alternativlos, sagen die Planer von Bund und Land.

Kritiker befürchten Lärm

Schild: "Landschaftsschutzgebiet" vor einem Landschaftsschutzgebiet

Das sehen die Kritiker anders. Zum einen sei Hilden eine der dichtbesiedelsten Städte in NRW. Den Hildenern sei nicht zuzumuten, dass die A3 noch breiter und damit lauter werde, sagt Claus Munsch von der Allianz für Hilden. Zum anderen seien ein Naturschutzgebiet und ein Fauna-Flora-Habitat (FFH) von den Ausbauplänen betroffen.

Alternativvorschlag: Befahrbarer Standstreifen

Einige Ratsparteien schlagen vor, dass bei besonders viel Verkehr der Standstreifen zeitweise befahren werden könnte. Auf einem sieben Kilometer langen A3-Abschnitt sei das schon der Fall. Für Straßen NRW ist das aber keine Lösung. Befahrbare Standstreifen seien nur eine Notlösung und keinesfalls Dauerzustand.

Laut Rechts-Experten wird es ohnehin noch lange dauern, bis Straßen NRW in die konkrete Planung einsteigt. Erst wenn das Planfeststellungsverfahren gestartet sei, könne man gegen einzelne Punkte versuchen zu klagen.

Stand: 30.10.2019, 15:07

Weitere Themen