Flüchtling muss in geschlossene Psychiatrie

Torbogen des roten Backstein-Justizzentrums in Aachen

Flüchtling muss in geschlossene Psychiatrie

  • Flüchtlingshelferin hinterrücks überfallen
  • Frau ist bis heute traumatisiert
  • Mann aus Eritrea fühlte sich verfolgt und bedroht

Das Landgericht in Aachen hat am Freitag (27.9.2019) einen 23 Jahre alten Flüchtling aus Eritrea in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Er hatte im Wahn eine Rentnerin in Düren schwer verletzt. Die 73-Jährige hatte ihn und seinen Bruder bei sich aufgenommen. Sie ist bis heute traumatisiert.

Bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt

Im Mai hatte der 23 Jahre alte Eritreer die Frau im Keller ihres Hauses hinterrücks überfallen, sie mit einem Schal gedrosselt und massiv getreten - bis zur Bewusstlosigkeit. Im Glauben, sie sei tot, ließ er von der schwer verletzten Frau ab und informierte seinen Bruder. Der alarmierte sofort die Polizei.

Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst einen versuchten Mord angeklagt. Im Prozess verdichteten sich aber immer mehr die Hinweise, dass der Eritreer wegen einer schweren Psychose schuldunfähig ist. Bereits lange vor der Tat habe der Mann sich auffällig verhalten, sagte der Richter im Urteil. 

Fremde Stimmen im Kopf

Der Flüchtling habe fremde Stimmen in seinem Kopf gehört, er fühlte sich bedroht, weil er vom Islam zum Christentum konvertiert sei, auch glaubte er, sein Bruder wolle ihn vergiften.In der Rentnerin, die ihm immer geholfen hatte, habe er plötzlich den Teufel gesehen, so die Staatsanwältin im Plädoyer.

Die Rentnerin erschien am Freitag nicht zur Urteilsverkündung. Sie hat nach dem Überfall keine Flüchtlinge mehr aufgenommen.

Vor Gericht hatte sich der Eritreer entsetzt über seine eigene Tat gezeigt. Die Frau sei für ihn wie eine Mutter gewesen.

Stand: 27.09.2019, 14:04