Aachen: Doch mehr AstraZeneca-Verweigerer als angenommen

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Aachen: Doch mehr AstraZeneca-Verweigerer als angenommen

Von Michael Esser

Die Skepsis gegenüber dem AstraZeneca-Impfstoff ist in der Städteregion Aachen doch höher als bisher angenommen. Sie hat frühere Angaben über die Ausfallquote beim Impfen korrigiert.

1.500 von 4.000 Impfterminen ungenutzt

Die Städteregion korrigierte heute frühere Angaben über die Ausfallquote bei den Impfterminen. Danach ist eine große Zahl von Impfterminen nicht wahrgenommen worden. Stand heute bei der Erstvergabe 1.500 von 4.000 möglichen Terminen bis einschließlich Ende Februar. Nicht nur Einzelpersonen, sondern gleich einige Pflegedienste hätten komplett die Impfung mit AstraZeneca abgelehnt, hieß es nun bei der Städteregion. Die Zahl der ungenutzten Termine kann sich nach Behördenangaben allerdings noch bis Sonntag (Monatsende) deutlich verringern. Sie sei allein von gestern auf heute um 200 gesunken.

Drei Erklärungen und mehr


Die Städteregion nennt drei Erklärungen für die Terminlücken: Grundsätzliche Skepsis und Ablehnung, eine Furcht vor Impfreaktionen und schließlich Organisationsprobleme. So habe man den Arbeitgebern erst später geraten, nicht die komplette Belegschaft auf einmal impfen zu lassen. Das habe zu Terminverschiebungen geführt.


Aber auch andere Faktoren beeinflussen Recherchen zufolge die Ausfallquote. Von einfachen und unvorhersebaren Terminproblemen abgesehen, sind dies vor allem Unklarheiten bei der Datenerfassung, beim Zeitraum, für den der Impfstoff bestellt und dann verimpft wurde, und ein zu Beginn fehleranfälliges und umständliches Verfahren zur Terminanmeldung. Auch wurden so gut wie alle ausgefallenen Termine nachbesetzt. Für später notierte Impfkandidaten wurden vorgezogen, so dass viele Lücken im Terminkalender geschlossen wurden. Am Ende eines Impftages blieben kaum AstraZeneca-Dosen übrig, hieß es bei der Städteregion wie den Nachbarkreisen.

Zurückhaltung auch bei Biontech-Impfstoff

Wie groß die Zahl der harten Impfverweigerer bei dem AstraZeneca-Vakzin ist, wird nicht ermittelt. Gründe muss niemand angeben, der den Termin nicht wahrnimmt. Auch bei dem Biontech-Pfizer-Impfstoff, der als erster in den stationären Alten- und Pflegeheimen verabreicht wurde, hat es eine nennenswerte Impf-Zurückhaltung gegeben. In der Städteregion Aachen lag die Impfquote nach Angaben der Behörde beim Personal zwischen 70 und 80 Prozent, bei den Bewohnern deutlich höher.

Ausfallquoten Kreise Düren und Heinsberg

Der Kreis Düren bekräftigte heute seine Aussage, dass der AstraZeneca-Impfstoff gut angenommen werde. Ein Sprecher bezifferte die Ausfallquote bei den Impfterminen auf 3,2 Prozent - in absoluten Zahlen: nur 44 von 1364 Impfterminen fielen danach aus. Der Kreis Heinsberg hatte ebenfalls von gutem Zuspruch für AstraZeneca berichtet, Impfverweigerer und Ausfälle seien die Ausnahme. Dort war heute (( 23.02.2021 )) niemand für eine aktualisierte Aussage zu erreichen.

Stand: 23.02.2021, 17:37

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