Ärger um Ferienappartements in Köln

Apartmenthaus in Köln-Deutz

Ärger um Ferienappartements in Köln

Von Oliver Köhler

  • Appartements werden dem Wohnungsmarkt entzogen
  • Stadt spricht von Zweckentfremdung, fühlt sich aber machtlos
  • Zahl der Wohnungslosen steigt immer weiter

Gegen die massenhafte Umwandlung von Wohnungen in Touristen-Appartements formiert sich in Köln jetzt Widerstand. Der Bezirksbürgermeister der Kölner Innenstadt, Andreas Hupke, und der Vorsitzende des Kölner Mietervereins, Franz-Xaver Corneth, fordern eine Taskforce aus Finanzermittlern, Zoll, Polizei, Ordnungsamt und Wohnungsamt. Diese Taskforce soll aufklären, wer hinter einem Unternehmen aus Luxemburg steht, das innerhalb von wenigen Monaten in Köln zwei Appartementhäuser mit insgesamt mehr als 270 Wohnungen errichtet hat.

Wohnungen über Airbnb angeboten

Der Kölner Bezirksbürgermeister Innenstadt: Andreas Hupke

Der Kölner Bezirksbürgermeister Innenstadt: Andreas Hupke

Wohnungen dieses Fonds werden von einer Investmentgesellschaft in London über die Internetplattform Airbnb als Ferien-Appartements vermarktet. Allein am Dienstagabend (14.08.2018) hatte die Londoner Investmentgesellschaft fast 70 Appartements in den beiden Kölner Gebäuden des Luxemburger Fonds bei Airbnb angeboten. Die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen ist in Köln aber verboten.

Zu wenig Personal bei der Stadt?

Um Missbrauch von Wohnungen nach zu gehen, sind im Kölner Wohnungsamt allerdings bisher nur zwei Ermittler im Einsatz. Die verschachtelten Konstruktionen des Luxemburger Fonds und der englischen Investmentgesellschaft machen es den beiden Kölner Ermittlern aber praktisch unmöglich, gegen die Verantwortlichen vorzugehen.

Wohnungslose haben es immer schwerer

Der Vorsitzende des Kölner Mietervereins: Franz-Xaver Corneth

Der Vorsitzende des Kölner Mietervereins: Franz-Xaver Corneth

In Köln steigt nach den Angaben des Vorsitzenden des Kölner Mietervereins, Franz-Xaver Corneth, die Zahl der Wohnungslosen immer weiter: "Inzwischen gibt es 5.000 Menschen, die sich keine Wohnung mehr leisten können, weil das Angebot immer kleiner wird und die Preise auch durch Aktivitäten von Airbnb-Vermietern immer weiter steigen".

Ermittlungen gestalten sich schwierig

Die Stadt Köln hat wegen der Airbnb-Vermietungen in den beiden Appartementhäusern des Luxemburger Fonds zwar Ermittlungen eingeleitet. Diese Ermittlungen seien aber schwierig. Die Luxemburger Fondsgesellschaft hat auf Anfrage der Lokalzeit Köln erklärt, sie stehe in keiner Beziehung zu dem Londoner Unternehmen. Gegen einzelne Mieter, die Wohnungen in den Appartementhäusern missbräuchlich bei Airbnb anböten, gehe sie mit Abmahnungen vor.

Stand: 15.08.2018, 14:24

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