Tödliche Glukose: Giftspuren in neuer Probe entdeckt

Tödliche Glukose: Giftspuren in neuer Probe entdeckt

  • Drei Kölner Filialen bleiben dicht
  • Laumann argumentiert mit Gesundheitsschutz
  • Apotheker hatte auf Wiedereröffnung geklagt

Im Fall der vergifteten Glukose aus einer Kölner Apotheke mit zwei Toten haben die Ermittler in einem Tütchen einer weiteren Patientin Spuren der toxischen Substanz festgestellt. Dabei handele es sich nur um sehr geringe Spuren, "die bei einer Einnahme offenbar nicht gesundheitsschädigend gewesen wären", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln am Mittwoch (02.10.2019).

Genauer Giftstoff unbekannt

Die Patientin hatte das Tütchen nach einem Aufruf der Behörden abgegeben. Der Inhalt war dann vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Köln untersucht worden. Weitere Personen hätten sich auf den Aufruf nicht gemeldet. Um welche toxische Substanz es sich handelt, wollten die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen bisher nicht sagen. Es gebe derzeit keine Hinweise, dass die verunreinigte Substanz auch an andere Apotheken geliefert wurde, hieß es seitens der Fahnder.

Beim Gesundheitsausschuss des NRW-Landtags hat Minister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch derweil die andauernde Schließung von drei Kölner Apotheken verteidigt. "Wir prüfen jeden Tag, ob es eine neue Lage gibt", sagte Laumann. So lange die Ermittler keinen Vorsatz bei der Vergiftung der Glukose-Mischungen ausschließen können, habe der Gesundheitsschutz absoluten Vorrang.

Der Betreiber der geschlossenen Apotheken hatte auf Wiedereröffnung geklagt und am Wochenende einen Eilantrag beim Kölner Verwaltungsgericht gestellt, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Der Apotheker hatte mit einer für ihn existenzbedrohenden Situation argumentiert.

Ermittlungen dauern an

Letzte Woche Donnerstag (26.09.2019) waren drei Apotheken desselben Betreibers in Longerich und Bilderstöckchen von den Behörden geschlossen worden, nachdem in einer Apotheke eine mit Narkosemittel vergiftete Glukosesubstanz gefunden wurde.

Eine 28-Jährige und ihr per Notkaiserschnitt geborenes Baby waren dadurch an multiplem Organversagen gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin, ob das Mittel fahrlässig oder vorsätzlich verunreinigt wurde.

Stand: 03.10.2019, 08:44