Bonner protestieren mit Kunstaktion gegen Neubaupläne

Flatterband umschließt die zu schützende Fläche, Luftballons liegen auf der Erde

Bonner protestieren mit Kunstaktion gegen Neubaupläne

Von Dietrich Sondermann

  • Anwohner wollen neue Häuser nicht
  • Angst um Frischluft in Bonn-Friesdorf
  • Bäume und Spielplätze müssten weichen

Die Bürger in Bonn-Friesdorf sind sauer: Zehn neue Mehrfamilienhäuser will die verantwortliche Wohnungsbaugesellschaft in ihrem Viertel bauen. Die geplanten Bauplätze liegen nicht am Rand der jetzigen Häuser, sondern zwischen die bestehenden Wohnblocks sollen die Neubauten gesetzt werden. Die Bürger fürchten um ihre Wohnqualität und wehren sich mit einer Kunstaktion gegen die zusätzliche Bebauung.

Luftballons mit rot-weißen Flatterbändern haben sie steigen lassen – ihre Kunstaktion nennen die Anwohner, darunter viele Familien, "In der Schwebe - grüne Lungen sollen bleiben". Die potentiellen Bauplätze haben sie mit Laken abgedeckt, sodass klar wird, wie massiv die Neubaupläne sind.

Viele Bäume müssten gefällt werden

Die Anwohner stellen bei den Verantwortlichen in Frage, wie das mit dem Anspruch der Stadt, Vorbild in Klimafragen zu sein, zu vereinbaren wäre. Für die geplanten Neubeuaten, müssten Bäume gefällt werden, wodurch CO2-Speicher wegfallen würden. Außerdem würden Frischluftschneisen zugebaut werden. Auch einige, selbst angelegte Kinderspielplätze müssten weichen.

Nicht zuletzt würde auch die Natur in dem Viertel leiden, kritisieren die Anwohner. Noch finden Grün- und Buntspecht, Eichhörnchen und Igel genug Platz für Nisthöhlen und Verstecke in den Grünanlagen. Wenn aber die geplanten Neubauten kämen, bliebe davon nur noch ein Bruchteil erhalten.

Hoffnung auf Umdenken bei den Planern

Mit ihren Protesten wollen die Bewohner die Stadtplaner und die Wohnungsbaugesellschaft zum Umdenken bewegen - und zu einem Runden Tisch einladen, um einen Kompromiss zu finden. Denkbar sei etwa eine Aufstockung der bestehenden Häuser, so ein Anwohner. Auch der Ausbau ursprünglich ungenutzter Dachgeschosse habe in ähnlichen Wohnvierteln neue Wohnungen geschaffen.

Stand: 12.07.2020, 16:32