Opfer-Täter-Verwechslung bei antisemitischem Übergriff in Bonn

Opfer-Täter-Verwechslung bei antisemitischem Übergriff in Bonn

Von Christoph Hensgen

  • Antisemitischer Übergriff auf israelischen Professor
  • Polizisten überwältigten versehentlich das Opfer
  • Staatsschutz wird aktiv

Nach einem antisemitischen Übergriff am Donnerstag (12.07.2018) auf einen 50-jährigen israelischen Hochschulprofessor aus den USA, hatte die Polizei Opfer und Täter verwechselt.

Der Professor war von einem jungen Deutschen mit palästinensischen Wurzeln angegriffen worden, der anschließend festgenommen werden konnte.

Die Tat ereignete sich vor dem Hauptgebäude der Bonner Universität. Laut Polizei schlug der Angreifer dem Mann mehrfach die Kippa vom Kopf, schubste und schlug ihn. Dabei habe der 20-Jährige den Professor beleidigt und unter anderem gerufen: "Kein Jude in Deutschland".

Polizisten verwechselten Täter und Opfer

Beim anschließenden Polizei-Einsatz kam es zu einer Verwechslung: Zunächst hielten Beamte den Philosophieprofessor für den Täter. Sie überwältigten und fesselten den 50-Jährigen, schlugen ihm ins Gesicht. Erst kurz darauf wurde der mutmaßliche Täter gefasst. Er stand vermutlich unter Drogen und wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.Weil der junge Mann unter dem Einfluss von Drogen stand und von einem Arzt zunächst als psychisch labil eingestuft wurde, kam der 20-Jährige in eine Bonner Klinik. Mittlerweile hat er die wieder verlassen.

Ermittlung gegen Täter und Polizeibeamte

Jetzt ermittelt der Staatsschutz gegen den Mann. Aber auch das Verhalten der Polizisten wird untersucht: wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt. Die Bonner Polizeipräsidentin hat sich persönlich bei dem Professor entschuldigt.

Innenminister entschuldigt sich

Und auch der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich für Fehler der Polizei nach einem antisemitischen Angriff in Bonn entschuldigt.

Stand: 12.07.2018, 16:25