Anti-Terror-Übung am Flughafen Köln/Bonn

Anti-Terror-Übung Flughafen Köln/Bonn WDR aktuell 21.11.2018 02:10 Min. Verfügbar bis 21.11.2019 WDR

Anti-Terror-Übung am Flughafen Köln/Bonn

Von Oliver Köhler

  • Übung für Terror-Ernstfall am Flughafen Köln/Bonn
  • 1.000 Beamte und Statisten waren beteiligt
  • Größte Anti-Terror-Übung bundesweit

Die kurze Übungseinheit vor den Augen der Reporter war erschreckend realistisch: Salven aus Maschinenpistolen, fünf Angreifer stürmen den Abflugbereich im Terminal 1 des Flughafens Köln/Bonn. Sie feuern auf flüchtende Menschen, schießen auf Verwundete, die am Boden liegen. Panik bricht aus.

Beherrschen Polizisten die Lage?

Plötzlich Maschinenpistolenfeuer aus einer anderen Richtung. Beamte der Bundespolizei arbeiten sich von Deckung zu Deckung.

Aufmerksamer Beobachter der Szene in der Nacht zu Mittwoch (21.11.2018) ist Wolfgang Wurm, Präsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin. "Mich interessiert, wie unsere Ersteinsatzkräfte jetzt vorgehen, laufen Sie in das Feuer der Angreifer oder halten sie Deckung, behalten sie den Überblick, beherrschen die Lage?"

Polizisten machen Angreifer kampfunfähig

Schon nach wenigen Minuten wird einer der Angreifer von Schüssen aus der Maschinenpistole eines Polizisten getroffen, ein zweiter bricht getroffen zusammen. Schwer bewaffneten Beamten der Bundespolizei und der Kölner Polizei gelingt es, die Angreifer nach und nach kampfunfähig zu machen.

Anti-Terror-Training - das übt die Kölner Polizei seit 2016 regelmäßig. Das Training an Orten wie dem Flughafen Köln/Bonn ist besonders wichtig, sagt die stellvertretende Kölner Polizeipräsidentin Miriam Brauns. "Das ist eine reale Örtlichkeit, an der auch solche Angriffe passieren können. Das verleiht Handlungssicherheit."

Auch Streifenpolizisten üben für Terroreinsatz

Nicht nur Spezialeinsatzkräfte trainieren Einsätze gegen Terroristen. Im Fokus der Aus- und Fortbildung stehen die Polizisten, die als Streifenbeamte im Einsatz sind.

Rettungskräfte und Statisten bei der Anti-Terror-Übung am Köln/Bonner Flughafen.

Rettungskräfte bergen Verletzte

Denn gerade sie müssen immer auf Angriffe von Terroristen vorbereitet sein, sagt Bundespolizist Wurm. "Es kann jederzeit jeden Polizisten an jedem Ort dieser Republik treffen. Wir müssen dann gut sein, weil es dann darauf ankommt."

Polizeitaktik ist geheim

Journalisten durften nur einen kleinen Teil der Übung beobachten. Details der Polizeitaktik sollen Angreifer nicht kennen. Deshalb wurde das Terminal während der Übung mit Sichtschutzzäunen abgeschirmt.

Rettungskräfte und Statisten bei der Anti-Terror-Übung am Köln/Bonner Flughafen.

Zahlreiche Statisten waren bei der Übung anwesend.

Zur Übung gehört es auch, dass die Feuerwehr ein provisorisches Behandlungszentrum für Verletzte in der Nähe des Flughafens aufbaut. Die Einsatzkräfte trainieren dort die Versorgung von 100 Opfern.

Bis in die frühen Morgenstunden dauert das Anti-Terror-Training. Übungsleiter und Beobachter wollen jetzt alle Abläufe genau analysieren und Verbesserungsvorschläge für künftige Einsätze und Übungen erarbeiten.

Stand: 21.11.2018, 06:58