Bonn: 2.000 Anrufe von Telefonbetrügern

Leute vor einem Polizei-Mobil in der Fußgängerzone.

Bonn: 2.000 Anrufe von Telefonbetrügern

Von Christoph Hensgen

  • Enkeltrick, falsche Polizisten: Telefonbetrüger in Bonn aktiv
  • Kripo hat allein in diesem Jahr bereits 2.000 Versuche registriert
  • Täter ergaunern von zwei Frauen aus Bonn hohe Geldsummen

Sie versuchen beinahe täglich an das Geld zumeist älterer Menschen zu kommen: Telefonbetrüger. Zur Zeit sind sie vermehrt in Bonn und Umgebung aktiv. Und haben mit ihrer Masche auch Erfolg. Bei der Bonner Polizei sind allein in den vergangenen Tagen 80 Anzeigen eingegangen.

„Hallo Omi - rate mal, wer hier spricht…“

Sie gaukeln älteren Frauen und Männern vor, ein Angehöriger zu sein, der sich in einer finanziellen Notlage befindet. Oder sie geben sich als Polizisten aus, die vor einem bevorstehenden Einbruch warnen oder das Ersparte ihrer potenziellen Opfer in Sicherheit bringen oder es auf Falschgeld hin überprüfen wollen. Alles mit dem Ziel so viel Geld wie möglich zu bekommen.

Polizei: Erfolgsquote der Betrüger liegt bei unter einem Prozent

2.000 Anrufe von Telefonbetrügern sind bei der Bonner Polizei allein in diesem Jahr angezeigt worden. Und die Dunkelziffer, so schätzen die Ermittler, dürfte noch um ein vielfaches höher sein. "In gut 99 Prozent der Fälle bleibt es glücklicherweise beim Versuch", sagt Polizeisprecher Michael Beyer. "Wenn die Telefonbetrüger aber erfolgreich sind, dann erbeuten sie oft hohe Geldsummen." So wie vergangene Woche in Bonn: Zwei Frauen aus Bonn-Ramersdorf (75) und Bad Godesberg (91) übergaben den Betrügern mehrere Zehntausend Euro.

Die Polizei wird deshalb nicht müde, vor den Telefonbetrügern zu warnen. In Kampagnen oder auf der Straße: Das Bonner Polizei-Mobil, ein rollender Infostand, stand am Mittwoch (30.10.2019) drei Stunden lang in der Bad Godesberger Fußgängerzone. Beamte sprachen gezielt ältere Menschen an, warnten vor den Betrügern, gaben Tipps und verteilten Flyer.

Misstrauisch sein, wenn es am Telefon plötzlich um viel Geld geht

"Wir raten den Menschen vor allem misstrauisch zu sein, wenn es am Telefon plötzlich um hohe Geldsummen geht", erklärt Polizeisprecher Michael Beyer. "Sie sollten den angeblichen Enkel oder andere Verwandte anrufen und nachfragen. Und sie sollten sich nicht unter Druck setzen lassen und im Zweifel einfach die Polizei unter der 110 einschalten."

Außerdem warnt die Kripo vor den technischen Tricks der Betrüger. "Wenn die echte Polizei anruft, erscheint nie die Notrufnummer 110 im Display", sagt Michael Beyer. "Und grundsätzlich würden wir nie jemandem am Telefon über seine Vermögensverhältnisse ausfragen."

Stand: 30.10.2019, 14:11

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