Fünf tote Kinder in Solingen: Anklage wegen Mordes

Gaben auf dem Boden

Fünf tote Kinder in Solingen: Anklage wegen Mordes

Die Anklage wegen fünffachen Mordes gegen die Mutter, die in Solingen fünf ihrer sechs Kinder umgebracht haben soll, ist fertig.

Das teilte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Freitag (26.02.2021) auf Anfrage mit. Der Verteidiger der Frau sei darüber informiert worden. Die Frau stehe im Verdacht, ihre Kinder in ihrer Wohnung aus Heimtücke betäubt und dann mit einer "weichen Bedeckung" erstickt zu haben, sagte Staatsanwalt Heribert Kaune Gebhardt.

Schuldfähigkeit steht noch nicht fest

Ob die Beschuldigte zur Tatzeit vermindert schuldfähig war, stehe noch nicht fest. Sie habe sich zunächst nicht von einem Psychiater begutachten lassen wollen. Dies solle nachgeholt werden. Zunächst muss das Wuppertaler Landgericht über die Zulassung der Anklage entscheiden. Dort bestätigte ein Sprecher den Eingang der Anklage zunächst nicht.

Mutter hatte sich nach der Tat vor den Zug geworfen

Die fünf toten Kinder waren am 3. September 2020 entdeckt worden. Ihre Mutter hatte sich nach der Tat im Düsseldorfer Hautbahnhof vor einen Zug geworfen, aber schwer verletzt überlebt.Der Haftbefehl wegen Mordverdachts war ihr in einer Klinik am Krankenbett verkündet worden.

Ältester Sohn lebt mittlerweile bei Großmutter

Das älteste Kind der Familie, ein elfjähriger Junge, war zum Tatzeitpunkt nicht zu Hause. Er lebt mittlerweile bei seiner Großmutter. Laut Staatsanwalt hat die Frau die Tat bislang nicht gestanden. Sie habe in den Vernehmungen mit der Polizei zudem behauptet, dass sich zum Tatzeitpunkt eine weitere Person in der Wohnung aufgehalten haben soll, die für den Tod ihrer Kinder verantwortlich sei. Die Ermittlungen in dieser Richtung hätten aber nichts ergeben, betonte Kaune-Gebhardt.

Die Frau befindet sich derzeit in einer Justizvollzugsanstalt in Köln in Untersuchungshaft. Wann der Prozess am Landgericht Wuppertal beginnt, ist derzeit noch unklar.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe

Wer sich mit Suizidgedanken trägt, empfindet seine persönliche Lebenssituation als ausweglos. Doch es gibt eine Fülle an Angeboten zur Hilfe und Selbsthilfe, auch anonym.

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge ist unter den Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 sowie 116 123 rund um die Uhr erreichbar. Sie berät kostenfrei und in jeder Hinsicht anonym. Der Anruf hier findet sich weder auf Ihrer Telefonrechnung noch im Einzelverbindungsnachweis wieder.

Menschen muslimischen Glaubens können sich an das muslimische Seelsorgetelefon wenden. Es ist ebenfalls kostenfrei und anonym 24 Stunden am Tag unter der Rufnummer 030/44 35 09 821 zu erreichen.

Chat der Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge bietet Betroffenen auch die Möglichkeit an, sich Hilfe per Chat zu holen. Dazu meldet man sich auf deren Webseite an.

E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge

Menschen mit Suizidgedanken können sich auch an die E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge wenden. Der E-Mail-Verkehr läuft über die Webseite der Telefonseelsorge und ist deshalb nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden.

Anlaufstellen für Opfer von häuslicher Gewalt

Das Hilfetelefon ist anonym, kostenfrei und rund um die Uhr unter 08000 116 016 erreichbar.

Der Weiße Ring bietet ebenfalls einen anonymen Telefondienst unter 116 006 sowie eine Online-Beratung.

Überblick auf Hilfsangebote

Darüber hinaus hat die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) zahlreiche Informationen zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und sozialpsychiatrischen Diensten aufgelistet, an die sich Suizidgefährdete und Angehörige wenden können, um Hilfe zu erhalten. Entsprechende Informationen finden Sie unter nachfolgendem Link.

Stand: 26.02.2021, 16:34