Niederrhein: Anklage gegen Mafiaorganisation erhoben

Razzia, Polizei

Niederrhein: Anklage gegen Mafiaorganisation erhoben

  • Anklage gegen 14 Männer
  • Vorwurf: Kokainhandel
  • Drogen europaweit verkauft

Im Kampf gegen den internationalen Kokainhandel der Mafiaorganisation „'Ndrangheta“ hat die Duisburger Staatsanwaltschaft Anklage gegen 14 Männer erhoben. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag (24.04.2020) mit. Die Männer kommen unter anderem aus Duisburg, Düsseldorf, Neuss, Mönchengladbach und Grevenbroich und sollen mit rund 680 Kilogramm Kokain gehandelt haben.

Geldwäsche, Betrug und Steuerhinterziehung

Die Männer zwischen 30 und 56 Jahren sollen zwischen 2014 und 2018 eine kriminelle Vereinigung gebildet und dabei unter anderem auch Geldwäsche, Betrug und Steuerhinterziehung begangen haben. Insgesamt wirft die Duisburger Staatsanwaltschaft ihnen 51 Taten vor.

Kokain zwischen Bananen-, Holz- und Reislieferungen

Allerdings sind nicht alle Angeklagten laut Staatsanwaltschaft Mitglieder der Ndrangheta, sie sollen die Mafia aber aktiv unterstützt haben: Mit Krediten für den Kokaineinkauf in Südamerika und mit Fahrzeugen, in denen die Drogen europaweit über die Grenzen geschafft wurden. Um das Rauschgift unbemerkt zu transportieren, seien eigens legale Unternehmen gegründet worden – zwischen Bananen-, Holz- oder Reislieferungen seien die Kokainpakete versteckt worden.

Internationale Fahndung: 90 Verdächtige in 2018 festgenommen

Anfang Dezember 2018 führten Fahnder einen internationalen Schlag gegen die 'Ndrangheta und nahmen in mehreren Staaten rund 90 Verdächtige fest, auch in Duisburg. An der Operation unter dem Decknamen "Pollino" waren mehrere hundert Fahnder beteiligt.

Stand: 24.04.2020, 15:34

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