Remscheider JVA nimmt Häftlinge aus Euskirchen auf - Sorge vor Corona

Der Haupteingang der JVA-Remscheid

Remscheider JVA nimmt Häftlinge aus Euskirchen auf - Sorge vor Corona

In Remscheid haben Insassen der JVA Angst vor einem größeren Corona-Ausbruch. Denn dort ziehen nach der Flutkatastrophe fast hundert Häftlinge aus dem "offenen Vollzug" in Euskirchen ein.

In Remscheid haben Insassen der JVA anscheinend Sorge vor einem größeren Corona-Ausbruch. Denn in den nächsten Tagen wird es voll im so genannten "offenen Vollzug": Fast hundert Häftlinge aus Euskirchen ziehen nach der Flutkatastrophe vorübergehend nach Remscheid um. In einem anonymen Brief aus der Remscheider Anstalt an den WDR heißt es, dass damit ein größerer Corona-Ausbruch so gut wie sicher sei.

Viele Kontakte nach „draußen“

Im offenen Vollzug arbeiten die Insassen tagsüber bei externen Firmen. Das gilt auch für die Neuzugänge aus Euskirchen, die ihre Jobs – meist in der Nähe von Köln – behalten haben und die nur nachts in der JVA untergebracht sind. Diese Kontakte nach "draußen" sind es, die den Verfassern des Briefes offenbar Sorge machen. Außerdem werden die Hafträume nun mit jeweils mehreren Insassen belegt.

JVA verweist auf Tests und Quarantäne

Die Leiterin der Remscheider Behörde, Katja Grafweg, bestätigte den Zuzug aus Euskirchen. "Für uns ist das eine Form der Solidarität", sagte sie dem WDR. Sie selbst habe dem Justizministerium angeboten, Euskirchener Häftlinge aufzunehmen. Jeden Tag würden die Häftlinge in einem internen Testzentrum auf eine mögliche Corona-Infektion untersucht. "Und wir haben ausreichend Quarantäne-Möglichkeiten, falls sich jemand mit Corona ansteckt – entweder hier in der JVA oder in der Familie des Betroffenen." Bisher habe sich unter den Insassen niemand mit einer Beschwerde an sie gewandt.

Viele JVA-Insassen schon gegen COVID geimpft

In den vergangenen Monaten gab es im offenen Vollzug in Euskirchen mehrere Corona-Fälle. Zuletzt mussten im April alle Häftlinge wegen Corona wochenlang in Quarantäne. Der Bund der Strafvollzugsbediensteten verweist auf eine hohe Impfquote unter den JVA-Insassen hin. Damit gebe es kaum noch schwere COVID-19-Verläufe.

Stand: 26.07.2021, 17:00