Urteil in Bonn: Angreifer muss in Psychiatrie

DEr Angeklagte vor Gericht.

Urteil in Bonn: Angreifer muss in Psychiatrie

  • Urteil im Prozess gegen 34-jährigen Obdachlosen
  • Mann in psychiatrische Klinik untergebracht
  • Mehrere Angriffe im Sommer 2019

Nach dem Angriff auf Mitarbeiter des Bonner Jobcenters hat das Landgericht am Dienstag (14.01.2020) die endgültige Unterbringung des 34-jährigen Angreifers in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. Der Mann sei psychisch krank, leide an einer Schizophrenie und müsse wegen seiner Gefährlichkeit für die Allgemeinheit dringend psychiatrisch behandelt werden.

Seelische Erkrankung als Hauptgrund ermittelt

Viele Jahre hatten Gerichte geglaubt, die Ausfälle des Mannes, der vielfach einschlägig vorbestraft ist, hätten mit seinem Alkohol- und Drogenkonsum zu tun. Tatsächlich sei die seelische Erkrankung der Hauptgrund, hieß es im Urteil.

Angreifer mehrmals auffällig geworden

Innerhalb von drei Wochen war der Obdachlose im Juli 2019 drei Mal in Bonn auffällig geworden. Im Jobcenter wurde er aggressiv, nachdem er von der Sachbearbeiterin weggeschickt wurde, weil er keinen Termin hatte. Daraufhin hatte er die 56-Jährige und einen zur Hilfe eilenden Kollegen angegriffen und bedroht.

Eine Woche später wiederum hatte er während eines Betreuungsgesprächs unvermittelt einen Betreuer angegriffen und verprügelt. Schließlich attackierte er einen Bekannten, der in einem Schlafsack vor einem Schnellimbiss lag.

Alle drei Vorfälle, so hieß es im Urteil, seien noch glimpflich ausgegangen.

Stand: 14.01.2020, 14:29

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