Angeschwemmte Tür aus Flutgebiet findet zu Besitzer zurück

Werner, Sarah und Hubert Rößel (v.l.n.r.).

Angeschwemmte Tür aus Flutgebiet findet zu Besitzer zurück

Von Markus Schmitz

Freiwillige Müllsammler haben am Wochenende eine Eichentür im Kölner Rhein gefunden. Wie sich rausstellte, wurde die Tür von der Flut im Ahrtal mitgerissen.

In Köln endete die Reise der Eichentür mit Weinmotiv: Sie hatte sich am Rheinufer mit etlichem anderen Treibgut in einem Naturschutzgebiet zwischen Ästen und Baumstämmen verhakt. 

In Köln gefundene Tür zu schön für die Entsorgung 

Als Sammler des ehrenamtlichen Kölner Vereins "Krake e.V." die Tür finden, wird ihnen schnell klar, dass es sich um ein besonderes Fundstück handelt: Das Motiv deutet darauf hin, dass sie aus einer Weinregion stammen muss. Mehrere Menschen fotografieren die Tür, auch ein Fernseh-Team der Aktuellen Stunde wird aufmerksam. Nach einiger Zeit reift die Idee, nach dem Besitzer der Tür zu suchen.

Mit der Unterstützung der Organisatoren der Müllsammel-Aktion landet sie schließlich im Kofferraum des WDR-Reporters. Fast zeitgleich beginnt die Suche nach dem Eigentümer in den sozialen Netzwerken und auf anderen WDR-Kanälen. Von der Facebook-Seite der WDR Lokalzeit Köln wird das Foto der Tür mehrere tausend Male geteilt. Dann der Treffer: Die Enkelin des Besitzers meldet sich. Die Tür stammt aus dem Ort Mayschoß im Ahrtal. 

Tür aus dem Flutgebiet war Geschenk für den Großvater

Wenige Tage nach dem Fund in Köln steht die Tür wieder in Mayschoß. Die Besitzer nehmen sie dankbar an. Hubert Rößel hat sie gemeinsam mit seinem Bruder Werner den Eltern in den 80er Jahren geschenkt. Es handelt sich um eine Handarbeit eines bekannten Holzschnitzers im Ahrtal.

Die Eltern bauten sie im eigenen Heim als Haustür ein. Als der Vater verstarb, verkaufte die Familie das Haus. Die neuen Besitzer bauten die Tür wieder aus und lagerten sie im Haus ein – bis die Flut sie mitriss.

"Als wären die Großeltern wieder da"

Die Tür ist für die Brüder eine besondere Erinnerung an die Eltern, die verloren geglaubt schien. "Es war ein bisschen, als wären die Großeltern für einen kurzen Moment wieder da", sagt die Enkelin Sarah Rößel. Und für einen kurzen Moment ist ein wenig Freude zu spüren an einem Ort, der nach all der Zerstörung durch die Flut überhaupt nicht nach Freude aussieht.

Stand: 16.09.2021, 20:20