Die "untransportierbare" Brücke von Heiligenhaus

Agerbachtalbrücke 1

Die "untransportierbare" Brücke von Heiligenhaus

  • Bau der Angerbachtalbrücke verzögert sich weiter
  • Metallkonstruktion muss von Zwickau nach Heiligenhaus
  • Marode Brücken erschweren den Schwertransport

Seit Monaten ragen die Pfeiler für die Brücke der A44 im Angerbachtal bei Heiligenhaus in den Himmel. Doch die Baustelle steht praktisch still. Die weiteren Brückenelemente sind zwar ebenfalls fertig – allerdings noch im sächsischen Zwickau. Seit Sommer 2018 versuchen Hersteller und die Bauunternehmen eine für Schwertransporte geeignete Route nach Heiligenhaus zu finden.

Zickzack statt Direktweg

Eigentlich sollte schon am Dienstag (18.12.2018) der erste Schwertransport mit einem riesigen Stahlelement ankommen. Doch daraus wurde nichts. Das Problem war zuletzt immer wieder die Route: Der Bauherr konnte für den 100 Tonnen schweren Transport keine geeignete Strecke finden. Auf dem Weg zwischen Zwickau und Heiligenhaus sind immer mehr Brückenbauwerke auf den Autobahnen so marode, dass sie für Sondertransporte dieser Größe nicht mehr zugelassen sind.

Inzwischen haben die Baufirmen eine fünfte, jetzt wohl genehmigte Route ausgearbeitet. Statt des direkten Weges müssen die Transporte einen großen Umweg über Hannover nehmen. Aber auch innerhalb von Nordrhein-Westfalen geht es von Kamen erst wieder in den Norden nach Münster, dann nach Oberhausen und wieder zurück nach Bochum. Von dort fahren die 40 Meter langen Transporter dann weiter in Richtung Heiligenhaus.

A44-Ausbau nicht gefährdet

Dass der Transport so kompliziert werden würde, sei vorher nicht absehbar gewesen. Als die Ausschreibungen und Planungen für den Bau der Angerbachtalbrücke liefen, gab es viel weniger Einschränkungen für den Schwertransportverkehr, sagt die Firma Deges als Bauherr. Der Zeitplan für den Lückenschluss der A44 zwischen Heiligenhaus und Ratingen sei dadurch aber nicht gefährdet.

Stand: 18.12.2018, 14:27

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