Amad A. – Möglicher Fehler in NRW-Polizeisoftware

Zellentüren in der Justizvollzugsanstalt in Kleve

Amad A. – Möglicher Fehler in NRW-Polizeisoftware

  • Möglicher Fehler in NRW-Polizeisoftware
  • Fehler soll Verwechslung von Amad A. möglich gemacht haben
  • Zufällige gleiche Namensteile führten wohl zu falschen Treffern

Im Fall des unschuldig eingesperrten und verstorbenen Syrers Amad A. gab es möglicherweise einen Fehler in der Polizeisoftware. Das teilte eine Sachverständige mit. Und dieser Fehler soll die Verwechselung des hellhäutigen Syrers erst einem dunkelhäutigen Mann aus Mali mit möglich gemacht haben.

Das erklärte die Sachverständige dem Untersuchungsausschuss des Landtages in NRW in einem Brief von Dienstag (16.06.2020), der dem WDR vorliegt. Darin beklagt die Datenforensikerin, dass der Fehler bereits seit langer Zeit bekannt, aber erst nach dem Tod von Amad A. behoben worden sei. Auf den Fehler seien Landesbehörden schon im Februar 2018 hingewiesen worden.

Datenforensikerin: Gleiche Namensteile führten zu falschen Treffern

Bei der Polizei Kleve sei damals aufgefallen, dass zwei zufällig gleiche Namensteile zu falschen Treffern in der Polizeisoftware führen könnten. Die Beamten hätten damals gewarnt, dass dies unrechtmäßige polizeiliche Maßnahmen zur Folge haben könnten.

Neues zum Tod von Amad A. in der JVA Kleve

WDR 5 Westblick - aktuell 16.06.2020 04:58 Min. Verfügbar bis 16.06.2021 WDR 5 Von Stefan Lauscher

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Der Syrer war Mitte 2018 wochenlang zu Unrecht inhaftiert worden und hatte schließlich in seiner Zelle Feuer gelegt. Dabei erlitt er so schwere Verbrennungen, dass er im September 2018 in einer Klinik starb.

Stand: 16.06.2020, 07:57

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