NRW: Helferausbildung schützt vor Abschiebung

Eine Pflegekraft begleitet die Bewohnerin eines Altenheims

NRW: Helferausbildung schützt vor Abschiebung

  • NRW schiebt Asylbewerber während Helferausbildung nicht ab
  • Altenheime begrüßen den Schritt
  • Großer Mangel an Fachkräften in der Alten- und Krankenpflege
Kommentare (6)

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Immer wieder werden Menschen abgeschoben, die hier in Deutschland dringend auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Zum Beispiel in der Alten- und Krankenpflege. Das soll sich jetzt ändern: Die Landesregierung will in Zukunft geduldete Zuwanderer nicht mehr abschieben, wenn sie eine Helferausbildung absolvieren.

Pflegehelfer dürfen bleiben

WDR 5 Westblick - aktuell | 03.09.2018 | 03:37 Min.

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In der Altenpflege fehlen die meisten Fachkräfte

Michael zum Beispiel ist vor drei Jahren aus Eritrea nach Deutschland geflüchtet, über das Mittelmeer und durch die Sahara. Sein Antrag auf Asyl wurde aber abgelehnt, er lebt mit einer Duldung in Bochum. Dort absolviert er eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer. "Ich wasche die alten Leuten, helfe beim Essen, ziehe sie an. Mir gefällt das", erzählt der 36-Jährige.

Sicherheit für alle Beteiligten

Schutz vor Abschiebung galt für Geduldete bisher nur während einer richtigen, dreijährigen Ausbildung - zum Beispiel zum Altenpfleger. Neu ist jetzt, dass Michael auch während seiner Helferausbildung nicht abgeschoben werden kann.

"Uns geht es darum, dass wir diejenigen, die jetzt hier sind, so schnell wie möglich in Arbeit bekommen, um den Integrationsprozess so schnell wie möglich voranzubringen", sagt Integrationsminister Joachim Stamp (FDP). Die neue Regelung soll aber auch den Pflegeschulen und Arbeitsagenturen die Sicherheit geben, dass sie nicht umsonst Geld und Engagement in die Ausbildung von Zuwanderern investieren, die dann plötzlich abgeschoben werden.

Zuwanderer werden in der Pflege dringend gebraucht

Ute Magnus, die Leiterin der Pflegeschule der Caritas in Bochum, die auch Michael aus Eritrea besucht, begrüßt die Regelung: "Es ist so unsinnig, dass man Menschen, die hier gut integriert sind, wieder zurück bringt, und sie fehlen uns hier." 

NRW Vorbild für andere Bundesländer?

Genau das passiert in den meisten anderen Bundesländern weiterhin, Sachsen und Baden-Württemberg zum Beispiel schieben Pflegehelfer während der Ausbildung ab. Trotzdem könnte die Regelung aus Nordrhein-Westfalen Schule machen: Erst vor wenigen Tagen kündigte das bayerischen Innenministerium an, in Zukunft auf Abschiebungen von Pflegehelfern verzichten zu wollen.

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Stand: 03.09.2018, 06:00

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 7 Armin Schütz 03.09.2018, 17:46 Uhr

    Es kann nicht sein, dass jeder seinen eigenen Asylgrund konstruiert, und seinen Lieblingsasywerber nicht abschieben lassen will, und nebenbei das Recht beugt, das eindeutig besagt, dass gute Integration nicht den fehlenden Asylgrund ersetzt! Warum: weil es allen anderen gegenüber ungerecht wäre, die den Härten des Asylrechtes Folge leisten müssen und gar nicht erst die Chance bekommen sich zu integrieren! Deshalb aber der Migration einfach seinen Lauf zu lassen, geht auch nicht! Das Asylrecht ist alternativlos, nicht zuletzt, weil Abschiebungsgegner mit ihrem Regelbruch verhindern, dass man z.B. Gastarbeit auf Zeit einführen könnte! Das würde viele Chancen für Afrikaner und Asiaten eröffnen, kann aber nicht praktiziert werden, weil die Abschiebungsgegner auch wieder gegen das Zeitlimit verstoßen würden! Deshalb zerstören diese selbsernannten Entscheider vielen Menschen die Perspektiven, weil man wegen obgenannter Gründe lieber ganz auf vernünftige Optionen verzichtet!

  • 6 Herbert 03.09.2018, 15:35 Uhr

    Manche SAchen wiederholen sich. Ich kann mich noch an die 60iger Jahre erinnern, die Wirtschaft jammerte nach billigen Arbeitskräften und ihr Jammern wurde erhört, das Fundament für das Migrantenproblem wurde gelegt. Als die Wirtschaft stagnierte, wurde das Ausländerproblem auf die Allgemeinheit abgewälzt. Nur 50 Jahre später wiederholt sich das gleiche Dilemma. Neu ist nur, das jetzt das Recht gebogen und gedehnt wird auf Teufel komm raus, wenn aber ein Gefährder abgeschoben, werden aler Rechtsformalien ausgelebt, die den Staat vorführen und schädigen. Weiter so Deutschland, wir schaffeb das (uns ).

  • 5 Meinemeinung 03.09.2018, 15:27 Uhr

    Super, jetzt zeigt man den Wirtschaftsflüchtlingen und Islamisten auf wie sie sich in die BRD einschleichen können. Der Trick mit dem Wechsel zum Christentum klappt ja teilweise schon.Wenn sie dann die Aufenthaltsgenehmigung haben, schmeißen sie den Job hin . Wie dumm und naiv ist eigentlich unsere Regierung. Die Mehrheit dieser Leute können weder lesen, schreiben noch rechnen, von Deutschkenntnissen mit Fachbegriffen ganz zu schweigen Wir soll da eine medizinische Ausbildung funktionieren. Ich möchte nicht von Jemanden gepflegt werden, der mich im Grunde seines Herzes als nichtgläubigen Abfall ansieht und mich hasst. Wenn die Stellen vernünftig bezahlt werden gibt. es auch Deutsche genug. Was verdienen eigentlich die Betreiber der Pflegeheime????

  • 4 mister x 03.09.2018, 13:06 Uhr

    ich verstehe nicht das man wieder diese einfachen weg gehen will . wir habe bestimmt an die 3 Millionen arbeitslose (offizielle um die 2.3 Millionen ) das heißt also genug die man ausbilden könnte . aber nein man will eben Zuwanderer nehmen die ja kaum deutsch können sich auch kaum beschweren werden weil sie weniger Geld bekommen .und damit ja auch ein Bleibe Grund.das ist nicht richtig

  • 3 HP Kurtenbach 03.09.2018, 12:36 Uhr

    Die Abschiebepraxis ist sowieso fragwürdig, das Recht auf Asyl ziemlich ausgehölt, Afganistan sicher?.. daneben besteht hier ein gravierendes Problem mit Nachwuchskräften, insbesonders in der Kranken- und Altenpflege, aber auch Handwerk, Gastronomie.... - warum nicht, soplang hier nicht ein vernünftiges und zukunftsfähiges Einwanderungsgesetz (warum eigentlich nicht?) Menschen ein Chance geben. Die Qualifikation, die Eignung kann nur im Rahmen einer Ausbildung und Tätigkeit erfasst werden. Fehlende Sprachkenntnis kann nicht ausschlaggebend sein, dafür ist der Personalmangel in der Pflege viel zu gravierend, im Übrigen gibt´s die fehlende Deutschkenntnis jetzt auch schon. Die Rückmeldung aus Pflegeorganisation, Handwerk und Dienstleistung ist durchgehend postiv. Also was spricht dagegen, ist doch eine win win Situation

    Antworten (1)
    • mister x 03.09.2018, 13:10 Uhr

      ``ist doch eine win win Situation`` nein ist es nicht , nur wenn wir keine arbeitslosen hätten oder sehr wenige ja dann ist es eine win win Situation . aber nicht bei über 2 Millionen ..

  • 2 Jobby 03.09.2018, 12:10 Uhr

    Ist doch nur ein neuer Weg das man hier verweilen kann. Sprachprobleme - wie soll ein Patient dann seine Beschwerden übermitteln? Eigentlich umgeht man so das Problem - wie kann man Personen abschieben! Siehe Cemnitz.........