Urteil: Vergewaltiger vom Allner See muss in Psychiatrie

Urteil: Vergewaltiger vom Allner See muss in Psychiatrie

Von Ulrike Schödel

  • Obdachloser wegen mehrfacher Vergewaltigung verurteilt
  • Schuldunfähigkeit des Täters aufgrund von schwerer Schizophrenie
  • Dauerhafte Unterbringung in Psychiatrie beschlossen

Nach der Vergewaltigung einer Spaziergängerin, die mit ihren Hunden am Allner See bei Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) unterwegs gewesen war, muss ein 54-jähriger Obdachloser wegen seiner Gefährlichkeit endgültig in einer Psychiatrischen Klinik bleiben. Das Bonner Landgericht hat heute seine Unterbringung angeordnet. Laut Urteil war der Diplom-Ingenieur, der bereits seit 1994 massiv an paranoider Schizophrenie leidet, wegen Schuldunfähigkeit für die Straftaten nicht zur Verantwortung zu ziehen.

Opfer über zehn Stunden in der Gewalt des Vergewaltigers

Im Mai 2018 hatte er die 34-jährige Frau über viele Stunden in seine Gewalt gebracht, in sein Lager am Allner See verschleppt, sie wiederholt sexuell missbraucht, gedemütigt und geschlagen. Erst am nächsten Morgen gelang ihr die Flucht. Sie konnte Schutz bei zwei zeltenden Anglern finden und die Polizei alarmieren. Wegen schwerer Verletzungen im Gesicht musste sie in einer Klinik behandelt werden.

Täter lebe am Rande des Wahnsinns

Im Prozess hatte der 54-Jährige in einem Brief seine wahnhafte Begegnung mit der Spaziergängerin in der Tatnacht geschildert: Darin bezeichnete er die Frau als ein Riesenungeheuer mit einem Drachen- und zwei Hundeköpfen. Laut Urteil habe der Mann immer wieder klare Momente, ansonsten lebe er aber am Rande des Wahnsinns.  

Stand: 11.12.2018, 13:59

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