Aktionen gegen Judenhass in Düsseldorf

Aktionen gegen Judenhass in Düsseldorf

Von Benjamin Sartory

  • Wichtigste Maßnahme: Flyer für Schulen
  • Zentrale Ansprechpartner für Antisemitismus
  • Immer mehr judenfeindliche Straftaten in NRW

Mit einem Aktionsplan will die Stadt Düsseldorf gegen wachsende Judenfeindlichkeit vorgehen. Er wurde am Mittwoch (03.07.2019) von Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) vorgestellt. Mit im Boot ist die jüdische Gemeinde der Landeshauptstadt.

Flyer soll Lehrern helfen

Düsseldorf: Aktionsplan gegen Judenfeindlichkeit

Flyer mit Handlungsempfehlungen für Lehrer

Wichtigste Maßnahme ist ein neuer Flyer mit Handlungsempfehlungen für Lehrer. Darin steht zum Beispiel, wie man Antisemitismus erkennt und wie man damit umgehen sollte. Einige der Tipps sind: "Reagieren Sie unmissverständlich, zeigen Sie Haltung, bagatellisieren Sie nichts!" Der neue Flyer wird an alle Düsseldorfer Schulen verschickt und ist auch online verfügbar.

Darüber hinaus hat die Stadt Düsseldorf einen zentralen Ansprechpartner für Antisemitismus benannt. Schon im Dezember hatte der Rat außerdem beschlossen, dass die Zuschüsse für die Mahn- und Gedenkstätte sowie für die Präventionsarbeit der jüdischen Gemeinde erhöht werden.

Attacke auf Kippa-Träger

Mann mit Kippa

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Geisel begründete die Maßnahmen auch mit einem Vorfall im vergangenen Sommer. Damals war ein jugendlicher Kippa-Träger in der Altstadt von mehreren Männern attackiert worden. "Antisemitismus hat in Düsseldorf keinen Platz", sagte Geisel.

Aus dem vorgestellten Verfassungsschutzbericht geht hervor, dass die Zahl der judenfeindlichen Straftaten in NRW im vergangenen Jahr erneut gestiegen ist, von 324 auf 350. Bei den meisten Vorfällen handelte es sich demnach um Volksverhetzungsdelikte. Es gab aber auch 16 Gewalttaten, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr 2017.

Aktionstag mit Kippa

WDR 5 Morgenecho - Interview 01.06.2019 06:29 Min. Verfügbar bis 30.05.2020 WDR 5

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Stand: 03.07.2019, 14:18