Große Sammelaktion gegen weggeworfene Kippen

Ein Eimer, gefüllt mit Zigarettenkippen wird in ein Behältnis gefüllt.

Große Sammelaktion gegen weggeworfene Kippen

Von Thomas Kalus & Erik Rönicke

  • "RhineCleanup" engagiert sich für kippenfreie Innenstädte
  • 200.000 Zigarettenstummel in einer Woche gesammelt
  • Raucher sollen durch Sammelaktion umdenken

Die Düsseldorfer Initiative "RhineCleanup" hat diese Woche in drei Innenstädten weggeworfene Zigarettenstummel eingesammelt. Insgesamt 200.000 Kippen wurden in Düsseldorf, Köln und Duisburg aufgehoben und am Freitag (09.08.2019) am Heinrich-Heine-Platz in Düsseldorf zusammengetragen.

Die Umweltschäden durch weggeworfene Zigarettenstummel sind nach Angaben der Initiatoren beträchtlich. Aber vielen Rauchern sei einfach nicht bewusst, wie viel Gift in so einem Zigarettenstummel stecke.

Aktion soll Bewusstsein von Rauchern schärfen

Auf die enorme Belastung der Umwelt will die Initiative aufmerksam machen, sagt Ingo Lentz von "RhineCleanup". Es gehe um Bewusstseinsbildung. Denn wer weiß, wie giftig die Kippen sind, werde sie demnächst vielleicht nicht mehr achtlos wegwerfen.

Bei der Aktion haben insgesamt 35 Freiwillige, die mit kleinen Eimern ausgerüstet waren, auf Wegen, Bürgersteigen und Plätzen Zigarettenkippen aufgesammelt. Auch in Parks und am Rhein waren sie unterwegs.

Etwa sechs Millionen Liter Wasser gerettet

Die Organisatoren des Aktionstages geben an, dass durch ihre Sammelaktion etwa acht Millionen Liter Wasser gerettet wurden. Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist es wissenschaftlich erwiesen, dass eine einzige Kippe rund 40 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen kann.

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Giftstoffe gelangen ins Grundwasser und Erdreich

Schon ein halbes Milligramm Nikotin wird von der EU als gefährlich eingestuft. Dazu kommen noch Spuren von Arsen, Kupfer, Blei und vielen anderen giftigen Chemikalien, die sich ebenfalls in Zigaretten befinden. Der Regen wäscht diese Gifte aus und so gelangen sie ins Wasser. Die Bußgelder für das Wegschnippen von Kippen sind bislang von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Zentrale Vorgaben gibt es zwar, diese sind jedoch nicht bindend.

Zigarettenkippen: Land will 100 Euro Bußgeld

WDR 2 16.04.2019 03:35 Min. Verfügbar bis 15.04.2020 WDR Online

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Sammlung der Stummel am Ende der Aktion

Ein Eimer, gefüllt mit Zigarettenkippen wird in ein Behältnis gefüllt.

Am Ende wurden alle gesammelten Kippen am Heinrich-Heine-Platz in eine große durchsichtige Röhre gefüllt. An einem kleinen Stand wurden darüber hinaus die Passanten in der Düsseldorfer Innenstadt über die Auswirkungen des achtlosen Wegschnippens aufgeklärt.

Stand: 09.08.2019, 15:30

Kommentare zum Thema

11 Kommentare

  • 11 Simone Lingen 10.08.2019, 08:55 Uhr

    Hallo, vielleicht sollte man ein Auge auf das Ürige, in der Altstadt von Düsseldorf werfen. Dort wurde mir gesagt: Ich soll meine Zigaretten auf den Boden werfen, die Kellner habe keine Zeit Aschenbecher zu leeren. Auch nach nach nochmaliger Nachfrage , bekam ich keinen Aschenbecher. Gruß Simone Lingen

  • 10 Bernhard Schweickert 09.08.2019, 19:28 Uhr

    endlich! 2-gleisig fahren: 1. Strafen wie in Singapur (zB. 100 € pro wegeworfener Zigarette) und 2. bei Kauf einer Schachtel mind. 50 Cent Pfand pro Zigaretten Kippe!

    Antworten (1)
    • Fröhlicher Rheinländer 09.08.2019, 23:02 Uhr

      Ordentlich frisiert sein, gehört zum Leben in Singapur aber auch dazu, sonst kost' das extra. Wenn die selbstgewählte Überwachung (per Smartphone, Alexa oder Gott weiß was) mit uns fertig ist, läuft alles von selbst. Dann werden die Ordnungswidrigkeiten automatisch Ihrem Konto belastet.

  • 9 Horst 09.08.2019, 17:57 Uhr

    Es ist doch ganz einfach: Jede Zigarettenpackung muss mindestens 30 € aufwärts kosten. Jede weggegworfene Kippe 300 € und jede Kommune braucht entsprechende Zigarettendetektive, die zivil derlei verbrechen an der Umwelt aufdecken. Wann engagiert sich PETA endlich dafür..?

  • 8 uwe.breitbarth@web.de 09.08.2019, 17:16 Uhr

    Sollen es die Städte machen wie in Oslo , einfach mehr Mülleimer

    Antworten (1)
    • Bea 10.08.2019, 09:25 Uhr

      Und wer leert die? Kauf dir einen Aschenbecher für unterwegs und lass nicht die Allgemeinheit für deine weggeworfene Kippe zahlen.

  • 7 Thomas R.P. Mielke 09.08.2019, 14:59 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 6 Sabine 09.08.2019, 14:52 Uhr

    Prima. Ich fand es schon als Kind verstörend, dass Erwachsene ihre Kippen einfach so auf die Straße geworfen haben, während uns (richtigerweise) vermittelt wurde unser Bonbonpapier in die Tasche zu stecken.

  • 5 Vorschlag 09.08.2019, 13:27 Uhr

    Kaugummi freies Düsseldorf wäre schön.

    Antworten (1)
    • Hagenerin 09.08.2019, 18:35 Uhr

      Hundescheiße freies Hagen auch ;-)

  • 4 Nichtraucher Horst 09.08.2019, 13:03 Uhr

    Reine Ablenkung, Oberbürgermeister Geisel wollte Migranten von der Sea-Watch aufnehmen und dann kam der Ärger mit Migranten im Freibad. Die SPD wird das bei der nächsten Wahl bezahlen müssen und solch lächerliche Aktion werden das nicht vergessen machen. Natürlich bin ich auch nicht begeistert, wenn jemand seine Kippe auf die Straße wirft, besonders nicht wenn das aus dem fahrenden Auto heraus geschieht. Aber daraus eine „Große Sammelaktion für kippenfreies Düsseldorf“ zu machen wäre selbst für eine Comedy-Show zu absurd. Dann schaut euch doch mal die Rechnung an. Wenn eine Million Kippen jeden Tag in Düsseldorf auf der Straße landen bedeutet das bei 600.000 Tausend Einwohnern, dass täglich jeder 1,6 Kippen auf die Straße wirft – vom Baby bis zum Greis. Ich mache mir jetzt nicht die Mühe eine Nichtraucherquote einzurechnen.

    Antworten (5)
    • Atze 09.08.2019, 15:57 Uhr

      Es sind Leute wie Horst, die mir einen dicken Hals machen. In Düsseldorf und in zig anderen Städten versauen wir uns selbst unsere Umwelt. Macht jemand drauf aufmerksam und geht gegen die Sauerei vor, muss das ein SPD Mensch sein, die wollen nur von anderen Übelkeiten ablenken. Im Frühjahr ziehen etliche Kindergärten, Schulen, Gesangvereine, Bürgerinitiativen etc. durch die Lande um Feld und Flur zu säubern. Dabei werden erstaunliche Dreckhaufen angesammelt, ob die engagierten Mitmenschen auch von irgendetwas im Migrantenbereich ablenken wollen?

    • Atze 09.08.2019, 15:57 Uhr

      Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

    • uwe.breitbarth@web.de 09.08.2019, 17:21 Uhr

      Waren sie im Freibad dabei

    • uwe.breitbarth@web.de 09.08.2019, 17:25 Uhr

      Sie waren nie Raucher , wissen sie wie schwer es ist einen nicht brennbaren Mülleimer zu finden

    • Carsten 09.08.2019, 17:43 Uhr

      Lieber Horst, dass war ein Aktion ehrenamtlicher und freiwilliger Helferinnen und Helfer, mit der Stadt oder irgendwelchen politischen Hintergründen hatte dies überhaupt nichts zu tun... Ich selbst war im übrigen einer derer die geholfen haben statt zu debattieren und falsche Annahmen hier zu kommunizieren.

  • 3 Xarbosch 09.08.2019, 12:29 Uhr

    Ich war Raucher, hatte aber in den 30 Jahren 20 Jahre einen eigenen Reise-Aschenbecher und in den 10 Jahren davor Mülleimer genutzt (weil aber einer mal in brand geriet bin ich auf den R-A umgestiegen). Ich fand es schon immer schändlich, Kippen oder anderen Müll, nicht in entsprechende Einrichtungen zu entsorgen. Was ich aber auch schon immer Problematisch fand ist das heranziehen in den Medien von Studien und Aussagen die nicht stimmen können. Laut aussage des Artikels gelangen bis zu 6 mg-Nikotin in die Umwelt, das ist mehr als die meisten Zigaretten enthalten und somit nur möglich wenn ein Raucher eine nicht gerauchte Zigarette wegwirft. 2. Wird hier davon gesprochen das die EU ein 0,5 mg-Nikotin als gefährlich einstuft, dass ist natürlich ein Wert der pro Person gilt, also müsste man schon einen Zigarettenstummel verschlucken. Anstatt das Ihr Euren Redakteur mit wohlgefälligen Artikeln befriedigt und versucht Meinungen zu lancieren, arbeitet doch investigativ, Danke

  • 2 LLOOKK 09.08.2019, 10:27 Uhr

    Es wird Zeit das Rauchen im öffentlichen Raum endlich zu verbieten. Nicht nur der achtlos weggeworfene Müll, sondern auch die Belästigung und Belastung der Mitmenschen und Umwelt durch den Qualm sowie das negative Vorbild für unsere Kinder und die hohe Belastung des Gesundheitssystems sollten ausreichen, um das Rauchen nur noch im privaten Bereich (eigene Wohnung) und speziellen "Smoking Areas" zu gestatten. Das wäre in Schritt in die Zukunft. Totzdem Hut ab für alle Helfer die anderer Leute Dreck wegräumen.

    Antworten (1)
    • raucher 09.08.2019, 15:57 Uhr

      dann aber bitte auch smartphone/handy areas einführen, mich interessiert nämlich überhaupt nicht, was papi gleich auf dem teller hat wenn er nach hause kommt oder sonstiger quatsch was sich die leute so alles per phone lautstark mitteilen. und es wäre auch ein positives zeichen an unsere kinder die häufig durch das telefonieren vergessen werden.

  • 1 Hanne Ledwig 09.08.2019, 09:38 Uhr

    Wenn alle Raucher ein bisschen mehr Umweltbewusstsein hätten, müssten andere nicht deren Dreck wegräumen! Da gilt übrigens für alles was einfach irgendwohin geschmissen wird! Kaugummi, to Go Becher, Mc Donalds Tüten, etc.

    Antworten (1)
    • Arno 09.08.2019, 10:50 Uhr

      Schlechtes Benehmen hat nichts mit Umweltbewusstsein zu tun, sondern mit schlechter Erziehung!

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